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Abflauen des Winds und höhere Luftfeuchtigkeit begünstigten die Löscharbeiten.

Barcelona - Der Waldbrand in Katalonien im Nordosten Spaniens bleibt außer Kontrolle. Das Feuer, das seit Sonntag nahe der Ortschaft La Jonquera etwa 10.000 Hektar verbrannt hat, breitete sich allerdings nicht weiter aus, wie das Innenministerium der Region mitteilte. Ein zweiter Brandherd beim Badeort Portbou an der Costa Brava wurde inzwischen gelöscht. Dort verbrannten etwa 50 Hektar Wald.

Außer in Spanien hat sich die Lage überall in Europa beruhigt. In Griechenland und auf Zypern gab es keine größeren Brände mehr. In Italien entspannte sich die Lage, nachdem es in den vergangenen Tagen in den meisten Landesteilen geregnet hatte. Mehrere kleinere Brände vor allem in Ligurien sind unter Kontrolle oder bereits gelöscht.

Auch in Kroatien beruhigt sich die Lage

Auch in Kroatien beruhigte sich die Lage. Das Feuer nahe dem Badeort Selce war am Dienstag unter Kontrolle. Dennoch kämpften noch Hunderte Einsatzkräfte gegen den Brand. Die von Touristen stark befahrene Adriatische Küstenstraße war wieder befahrbar.

Im Nordosten Spaniens waren bereits am Montag hunderte Touristen, darunter Deutsche, Franzosen und Niederländer, von Campingplätzen, die nahe der Brände lagen, in Sicherheit gebracht worden.

Der katalanische Innenminister Felip Puig zeigte sich am Dienstag optimistisch: Es gebe gute Chancen, dass die Einsatzkräfte den Brand noch am selben Tag unter Kontrolle bringen könnten. Das Abflauen des Windes und eine höhere Luftfeuchtigkeit begünstigten die Löscharbeiten nahe der Grenze zu Frankreich. Puig korrigierte das Ausmaß des Brandes: Das Feuer habe eine Fläche von 9000 bis 10 000 Hektar zerstört. Vorher war von 13.000 Hektar die Rede gewesen.

Etwa 1300 Menschen beteiligten sich an den Löscharbeiten

Etwa 1300 Menschen, darunter Feuerwehrleute, Soldaten, Polizisten und Freiwillige beteiligten sich an den Löscharbeiten. Außer 500 spanischen Feuerwehrleuten nahmen auch 400 Kollegen aus Frankreich an der Brandbekämpfung teil. Etwa 30 Löschflugzeuge und Hubschrauber sowie rund 150 Feuerwehrwagen waren im Einsatz.

Vier Menschen kamen darin ums Leben, unter ihnen ein französischer Familienvater und seine 15-jährige Tochter. Die fünfköpfige Familie war auf der kurvenreichen, höher gelegenen Küstenstraße unterwegs, als die Flammen ihr Auto einschlossen. Der Vater und seine Tochter sprangen in Panik aus etwa 30 Meter Höhe ins Meer und ertranken. Ein Polizist hatte noch versucht, den Mann und das Mädchen davon abzubringen. Ihre Leichen wurden an einem Felsen im Wasser geborgen.

Etwa 60 Autofahrer und Insassen brachten sich in Sicherheit, indem sie an einem niedrigeren Abschnitt der Küstenstraße einen Abhang hinuntersprangen. Von den 24 Verletzten lagen am Dienstag noch sechs im Krankenhaus.

Als Brandursache werden Zigarettenkippen vermutet, die achtlos aus dem Auto geworfen wurden. Puig kündigte an, die Polizei werde versuchen, die Identität des Verantwortlichen festzustellen - mit Hilfe von DNA-Tests an den Kippen, die am Brandort gefunden wurden.

Der katalanische Innenminister rief die Bürger auf, mit ihren Handys Nummernschilder zu fotografieren und die Aufnahmen der Polizei zu schicken. So sollen Fahrzeuge ausfindig gemacht werden, aus denen Kippen geworfen wurden.

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