Die Waldbrände in Griechenland sind möglicherweise auf Brandstiftung zurückzuführen. Foto: AFP

Nach den Großbränden bei Athen verdichten sich die Hinweise auf Brandstiftung. Möglicherweise stecken wirtschaftliche Motive dahinter. Experten untersuchen indes, warum sich die Flammen so schnell ausbreiten konnten.

Athen - Die verheerenden Waldbrände in Griechenland mit mindestens 82 Toten sind möglicherweise auf Brandstiftung zurückzuführen. Dafür gebe es deutlich Anzeichen, erklärte der Minister für Öffentliche Ordnung, Nikos Toskas, am Donnerstag in Athen. Die Ermittler hätten Beweismittel gefunden, die nun weiter untersucht werden müssten.

Nach der Brandkatastrophe östlich von Athen wurden noch immer zahlreiche Menschen vermisst. Suchtrupps durchkämmten Häuser, während die Küstenwache das Wasser in der Nähe der am schlimmsten betroffenen Gebiete absuchte.

Tote müssen identifiziert werden

Satellitenbilder und Untersuchungen vor Ort deuteten darauf hin, dass das Feuer, das am Montag innerhalb kurzer Zeit an mehreren Stellen begann, gelegt worden sei, sagte Minister Toskas. Das US-Militär teilte der Nachrichtenagentur AP mit, Griechenland mit Drohnen und Überwachungsflugzeugen der Navy zu unterstützen, um Luftbilder von den zerstörten Gebieten zu gewinnen. Die deutsche Kriminalpolizei schickte Forensiker, um die Toten zu identifizieren.

Festnahmen sind selten

Für Großbrände in stark bewohnten Gebieten werden in Griechenland oftmals Brandstifter verantwortlich gemacht. Sie zielen angeblich auf Wälder, um diese für Entwicklung frei zu machen. In den seltensten Fällen kommt es anschließend zu Festnahmen.

Die meisten Todesopfer wurden in Mati, rund 30 Kilometer östlich von Athen, gefunden. In dem kleinen Küstenort stehen vor allem Sommer- und Urlaubshäuser, viele Rentner wohnen dort. Eine Expertengruppe der Athener Universität machte die Bauweise des Dorfs für die verheerende Anzahl von Toten verantwortlich. Der Zugang zum Meer sei durch Klippen begrenzt und in den Gebäuden im Wald hab es kaum Brandschutzvorkehrungen gegeben, beklagten sie. Die Forscher erklärten zudem, die Straßen seien schlecht beschildert, eng und oftmals Sackgassen - Besucher auf der Flucht vor den Flammen hätten so nur schwer die Hauptstraße erreichen können.

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