Das „Werk 7“ von Stihl in Ludwigsburg bleibt bestehen. Foto: Simon Granville

In Waiblingen baut Stihl weitere 100 Stellen ab. Was bedeutet das für die Zukunft der beiden Werke in Ludwigsburg?

Im Entwicklungszentrum des Motorsägen- und Gartengeräteherstellers Stihl in Waiblingen werden weitere 100 Stellen gestrichen. Das gab das Unternehmen am vergangenen Donnerstag bekannt. Grund zur Sorge gibt es für die Mitarbeiter in Ludwigsburg deshalb laut einem Unternehmenssprecher aber nicht. Die Jobs im Werk 7 in der Ludwigsburgser Kammererstraße – dem zentralen Fertigwarenlager – bleiben erhalten.

 

„Der Stellenabbau in Waiblingen betrifft ausschließlich das Geschäftsfeld der Mähroboter“, teilt der Sprecher mit. Sie sollen künftig in China entwickelt und produziert werden. Das liege vor allem daran, dass drahtlose Mähroboter auf dem Markt immer mehr an Bedeutung gewinnen. Wie Stihl-Vorstandschef Michael Traub dem Zeitungsverlag Waiblingen mitteilte, gibt es für Stihl in China ein dichtes Netz spezialisierter Zulieferer, viel Erfahrung mit Kameratechnik und Sensorik sowie jährlich Millionen neue Ingenieure.

Neue Halle in Ludwigsburg wurde auf Eis gelegt

Dass nun in Waiblingen erneut Arbeitsplätze gestrichen werden, verdeutlicht einmal mehr, wie Deutschland als Wirtschaftsstandort für den Gerätehersteller weiter an Bedeutung verliert – das hatte Stihl-Aufsichtsratschef Nikolas Stihl bereits im Januar in einem Interview gesagt.

Deutschland sei als Standort so unattraktiv, dass das Unternehmen dort Investitionen zurückhalte. Mit Folgen für Ludwigsburg: Dort sollte eigentlich ein neuer Fertigungsstandort mit mehr als 100 Mitarbeitenden entstehen. Die Pläne für das sogenannte Werk 5 wurden Anfang 2024 jedoch auf Eis gelegt.

Bis im vergangenen Jahr stand hier das Stihl Werk 5 – nun liegt das Areal brach. Foto: Simon Granville

Grund für die Verschiebung war laut dem Unternehmen damals eine „unerwartet hohe Investitionssumme“. Erst 2030 soll nun entschieden werden, wie es mit dem Areal in Ludwigsburg weitergeht. In dem Interview drohte Stihl aber bereits an, die Produktion könnte dann auch in die Schweiz abwandern.

Im Werk 5 im Gewerbegebiet in der Ludwigsburger Weststadt befand sich von 1979 bis 2018 die Produktionslogistik. Seither stand das Werk leer, bis Februar 2024 wurde das Gebäude abgerissen. Die Fläche liegt brach, sie wurde mittlerweile mit Weidelgras begrünt.

Während im Werk 5 womöglich nie wieder gearbeitet wird, geht es im Werk 7 im Süden der Stadt mit gleicher Mitarbeiterstärke weiter. Stihl mietete die Anlage 1981 als Lagerhalle an und kaufte das Gebäude im Jahr 2011. Dort werden Produkte zusammengestellt, verpackt und in die ganze Welt verschickt.