Punkte Kreise weisen den Weg: Bodenmarkierungen führen derzeit vom Alten Postplatz zum Waiblinger Landratsamt. Foto: Dirk Herrmann

Die Kreisbehörde hofft, mit Markierungen auf dem Asphalt den Kunden mehr Orientierung zu vermitteln, damit sie nicht völlig verwirrt in Sackgassen oder vor Bauzäunen landen.

Großbaustellen machen derzeit den Menschen in der Region das Leben richtig schwer. Den meisten Ärger verursacht dabei natürlich Stuttgart 21 mit seinen langen Umwegen etwa von der S-Bahn zu den Ferngleisen des Hauptbahnhofs oder auch durch den aktuellen Schienersatzverkehr zwischen Waiblingen und der Landeshauptstadt. Die elendigen Geduldsproben im Stau vor dem Kappelbergtunnel rauben vielen den letzten Nerv.

 

Doch nicht nur in der Landes-, sondern auch in der Kreishauptstadt sind wegen einer großen Baustelle derzeit etliche längere Umwege nötig. Es handelt sich um den Neubau des Waiblinger Landratsamts am Alten Postplatz, das seit Monaten im Rahmen der Immobilienkonzeption des Rems-Murr-Kreises umfassend saniert wird.

Bunte Bobbel sollen Orientierung bieten

Die Folge sind verschwundene Gehwege, plötzlich auftauchende Bauzäune, gesperrte Durchgänge etwa vom Friedhof in Richtung Stadtmitte – und reichlich Verwirrung. Muss ich jetzt links oder rechts vorbei oder erst mal außen herum den Berg hoch, wenn ich meinen Führerschein austauschen, das neue Kennzeichen machen lassen oder einen schriftlichen Antrag abgeben will?

Oder soll ich gar spontan und risikobereit über die vielbefahrene Straße sprinten, um auf dem vermutlich kürzesten Weg zum vermeintlich richtigen Eingang der anvisierten Abteilung der Kreisbehörde zu gelangen?

Folgen einer Baustelle: Eingang durch die Tiefgarage ins neue Landratsamtsgebäude Foto: Dirk Herrmann

Um hier ein wenig Orientierung in den Behörden-Vorplatz-Dschungel zu bieten, haben die Wegfindungsberater des Rems-Murr-Kreises einige farbige Ideen ins Spiel gebracht. Denn seit ein paar Wochen befinden sich an den Fußgängerampeln und anderen Stellen beim Alten Postplatz neue Markierungen auf dem Trottoir.

„Wir haben am Alten Postplatz bunte Bodenmarkierungen angebracht, um Bürgerinnen und Bürgern die Orientierung angesichts der Baustelle zu erleichtern“, erläutert eine Sprecherin der Kreisbehörde. Die Bodenpiktogramme zeigen den Weg zu den Anlaufstellen mit dem meisten Kundenkontakt:

  • Die Infothek, der zentrale Briefkasten, die Zulassungsstelle sowie die Führerscheinstelle sind weiterhin im alten Gebäudeteil, also inmitten der Baustelle. Dorthin gelangt man von der Einfahrt zur Tiefgarage an der Baustelle entlang.
  • Der Eingang zum Baurechtsamt und zum Sitzungssaal ist an der Ecke zur Mayenner Straße.
  • Im neuen Gebäude über der Tiefgarage befinden sich das Jugendamt sowie das Amt für Soziales und Teilhabe.

Einen besonderen Zugang gibt es für all jene Fußgänger, die die Ampel von der Michaelskirche zum neuen Landratsamtsgebäude nutzen. Denn wer bestimmte Ämter aufsuchen will, kann sich auch zunächst in den Schlund der Tiefgarage begeben und kommt dann irgendwann über Aufzüge und Treppenhäuser doch zum Ziel.

Weg vom Friedhof in die Stadt bis Februar gesperrt

Weiterhin gesperrt bleibt außerdem der Fußweg zwischen dem Waiblinger Friedhof und der Zulassungsstelle inklusive des dortigen Durchgangs im Altgebäude des Landratsamts. „Stand jetzt ist ungefähr bis Februar zu rechnen, bis die Sperrung wieder aufgehoben werden kann“, so die Sprecherin der Kreisbehörde. Die Umleitung verläuft über den Adolf-Bauer-Weg und die Mayenner Straße.

Fazit: Nicht alle Wege führen nach Rom, aber viele Routen irgendwann doch ins Waiblinger Landratsamt.