Ein Mann im Gleisbereich sorgt am Samstagabend bei Waiblingen für einen Zughalt. Rund 300 Reisende müssen später aus einem Regionalexpress evakuiert werden.
Ein Mann im Gleisbereich hat auf der Bahnstrecke zwischen Backnang und Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) einen Regionalexpress zum Anhalten gebracht und erhebliche Folgen für den Bahnverkehr ausgelöst. Wie die Bundespolizei erst jetzt mitteilt, kam es bereits am Samstagabend, 9. Mai, zu längeren Sperrungen und Ausfällen.
Nach bisherigen Erkenntnissen erhielt der Triebfahrzeugführer des Regionalexpresses gegen 19.45 Uhr von der Notfallleitstelle der Deutschen Bahn in Karlsruhe die Anweisung, wegen einer gemeldeten Person im Gleisbereich nur noch mit langsamer Geschwindigkeit weiterzufahren. Etwa 200 Meter hinter dem Bahnhof Waiblingen entdeckte er laut Polizeibericht schließlich einen Mann im Gleisbett und konnte den Zug rechtzeitig stoppen.
Bei dem Mann handelt es sich nach Angaben der Bundespolizei um einen 43‑Jährigen. Er wurde demnach zunächst vom Triebfahrzeugführer gestellt und anschließend Einsatzkräften der Landespolizei Waiblingen übergeben.
Im Regionalexpress befanden sich rund 300 Reisende, darunter zahlreiche Fans des VfB Stuttgart sowie Besucher des Cannstatter Frühlingsfestes. Nach Angaben des Triebfahrzeugführers wurde die Stimmung im Zug wegen der langen Wartezeit zunehmend angespannt.
Eine Weiterfahrt war anschließend offenbar nicht mehr möglich, da laut Bundespolizei zusätzlich eine technische Störung an der Achse des Zuges festgestellt wurde. Während des Aufenthalts wurde nach aktuellem Stand insgesamt viermal die Tür-Notentriegelung des Zuges betätigt.
Da der Regionalexpress nicht mehr bis zum Bahnhof Waiblingen zurückfahren konnte, mussten alle Reisenden von Einsatzkräften der Bundespolizei über die Gleise aus dem Zug evakuiert werden. Der Triebfahrzeugführer musste zudem wegen gesundheitlicher Probleme vom Rettungsdienst versorgt werden.
Die Reisenden konnten ihre Fahrt anschließend mit anderen Zügen sowie teilweise mit Taxis fortsetzen. Durch den Vorfall kam es laut Bundespolizei zu erheblichen Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Die Strecke zwischen Waiblingen und Backnang war zwischen etwa 19.40 und 0 Uhr mehrfach gesperrt. Unter anderem waren die S-Bahnlinien S2 und S3 zeitweise komplett unterbrochen.
Die Bundespolizei hat gegen den 43-Jährigen ein Strafverfahren wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.