Erste Erkundungsbohrungen für den in einigen Jahren anstehenden Abriss samt Neubau der Brücke über die Bundesstraße 14 bei Kernen-Rommelshausen. Beginn ist am Montag, 12. Januar.
Die Brücke über die B 14, auf der Kreisstraße von Waiblingen her kommend, befindet sich zwar nahe des Ortseingangs der Gemeinde Kernen (Rems-Murr-Kreis); der Bahnhof Rommelshausen liegt nur rund 200 Meter entfernt. Dennoch gehört diese Überquerung, was vermutlich nur wenige der hier täglich fahrenden Pendler wissen, noch zur Gemarkung der Kreishauptstadt Waiblingen.
Was ebenfalls viele nicht wissen: Diese Brücke ist in einem inzwischen durchaus bedenklichen Zustand. Zwar nicht so, dass sie akut eine Gefahr für Auto- und Lastwagenfahrer, für Motorradfahrer, Radler oder Fußgänger darstellt. Aber doch in einem Stadium, dass in absehbarer Zeit an dieser Stelle eine neue Brücke errichtet werden muss.
Brücke über der B 14 ist genau 77,13 Meter lang
Diese Überführung der achtspurigen Bundesstraße im Zuge der Kreisstraße 1856 gehört zu jenen insgesamt 15 Brücken im Regierungsbezirk Stuttgart, die mit einer Sammelausschreibung des Landes Baden-Württemberg neu errichtet werden sollen.
Die genannte Brücke ist nach Angaben des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart exakt 77,13 Meter lang, sie wurde einst im Jahr 1969 in Spannbetonbauweise errichtet. Sie gehört damit zu jenen Brücken in Baden-Württemberg, die altersbedingt nicht mehr die aktuellen Anforderungen erfüllen. In der Bewertung durch die Fachleute wurde der Brücke bereits ein „kritischer Bauwerkszustand“ bescheinigt.
Das RP beschreibt dies so: „Viele Brücken aus der Zeit des sogenannten Wirtschaftswunders in den 1960er und -70er Jahren kommen aufgrund der gestiegenen Belastungen durch mehr Verkehr und schwerere Fahrzeuge an ihre Grenzen.“ Wo Brücken, selbst mit einer aufwendigen Sanierung, absehbar nicht ertüchtigt werden können, müssen deshalb neue Brücken, sogenannte Ersatzneubauten, wie eben hier auf Waiblinger Markung kurz vor Rommelshausen, errichtet werden.
Um Planungszeiträume, Bauzeit und Kosten gering zu halten, hat das Verkehrsministerium Baden-Württemberg vorgegeben, solche Neubauten – wo immer möglich – als Ersatzneubauten an gleicher Stelle unter Vollsperrung auszuführen.
So weit ist es auf der K 1856 allerdings noch nicht. Vielmehr sind erst mal als Grundlage für die nächsten Planungsschritte sogenannte Baugrunduntersuchungen in Form von Erkundungsbohrungen erforderlich.
Die geotechnischen Untersuchungen finden ab Montag, 12. Januar, im Fahrbahnbereich der insgesamt achtspurigen B 14/B 29 statt, sie dauern bis Freitag, 16. Januar. Während dieser knappen Woche müssen einzelne Fahrspuren der B 14 in beide Fahrtrichtungen gesperrt werden.
Anschließend finden ab Montag, 19. Januar, bis voraussichtlich Mittwoch, 21. Januar, dann Erkundungsbohrungen im Fahrbahnbereich der K 1856 satt. Für die Dauer dieser Maßnahme wird eine halbseitige Sperrung eingerichtet. Zusätzlich wird der Wirtschaftsweg unter der Brücke, der sich auf der Nordseite der Bundesstraße hinter der Lärmschutzwand befindet, von Donnerstag, 22. Januar, bis Freitag, 23. Januar, komplett gesperrt.
Konkret bedeutet dies laut Auskunft des RP: „Der Verkehr auf der B 14 wird mithilfe von Verkehrsschildern geregelt, auf der K 1856 mithilfe von Ampeln sowie Verkehrsschildern.“ Dadurch könne es zeitweise zu verkehrlichen Einschränkungen kommen.
Baubeginn wohl erst in zwei oder drei Jahren
Wann der eigentliche Neubau der Brücke in Angriff genommen wird, dazu macht das Stuttgarter Regierungspräsidium noch keine Angaben. In einer Mitteilung der Behörde vor gut einem halben Jahr hieß es mit Blick auf die Gesamtplanung der 15 Brücken: „Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass bei den ersten Brücken ein Baubeginn im Jahr 2028 erfolgen könnte.“
Bis die Vollsperrung dieser Kreisstraße kommt und somit Menschen aus Rommelhausen und Stetten einmal mehr erhebliche Umleitungen in Kauf nehmen müssen, dürfte es also mindestens noch zwei Jahre dauern.