An zwei Fußgängerüberwegen in der Fronackerstraße in Waiblingen müssen Auto- und Radfahrer jetzt einen kleinen „Hubbel“ überwinden.
Mal geht es aufwärts, und dann gleich danach wieder abwärts – was generell im Leben gilt, gilt mittlerweile speziell in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) erst recht. Dort wurden dieser Tage die beiden, nur etwa 100 Meter auseinander liegenden Zebrastreifen im mittleren Bereich der Fronackerstraße, um jeweils einige Zentimeter erhöht. Diese Anhebung soll als Tempobremse dienen und so Poser und Raser zur Räson bringen.
Rund eine Woche haben die Bauarbeiten gedauert, in dieser Zeit war die Fronackerstraße nur von beiden Seiten her bis zu den Baustellen befahrbar. Die beiden Fußgängerüberwege befinden sich auf Höhe der Alber-Roller-Straße sowie an der Einmündung zur Unteren Lindenstraße. Und beide Zebrastreifen haben nun eine kleine Aufwertung erhalten: Die gesamte Fläche wird um geschätzt drei bis fünf Zentimeter angehoben.
Über Granitbordsteine auf den Überweg
Wer als Autofahrer in der Fronackerstraße unterwegs ist, muss ab sofort eine Querung überwinden. Es handelt sich dabei um quer über die Fahrbahn angelegte Granitbordsteine – es wirkt also ein wenig, als ob man über den Bordstein auf den Gehweg und zur Abstellfläche vor einer Garage fährt. Allerdings folgt circa fünf Meter danach am Ende des Zebrastreifens umgehend wieder die sanfte Abfahrt aufs übliche Straßenniveau.
Für die Fußgängerinnen und Fußgänger an beiden Überwegen hat dies nun den kleinen Vorteil, dass sie keinen sanften Schritt nach unten machen müssen, sondern vom Trottoir aus ihren Weg über den Zebrastreifen etwa zu den Geschäften oder Gastronomiebetrieben auf der Nordseite der Fronackerstraße ebenerdig zurücklegen können.
Auch Radlerinnen und Radler müssen nun natürlich den doppelten kleinen „Hubbel“ überwinden, wenn sie die Fronackerstraße entlangstrampeln. Beim Geschäftsbereich Städtische Infrastruktur ist man allerdings überzeugt, dass dies keine allzu große Herausforderung für die Pedaleure darstellt.
Fronackerstraße: wichtige Fahrradachse der Innenstadt
Die Ausgestaltung des Überwegs, so hieß es bereits vor Beginn der Umbauarbeiten durch die Stadtverwaltung, „muss, soweit möglich, radverkehrsverträglich umgesetzt werden, da die Fronackerstraße eine wichtige Fahrradachse der Innenstadt darstellt“.
Das grundsätzliche Ziel beschreibt die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit im Waiblinger Rathaus so: „Die Straßenfläche im Bereich der beiden Zebrastreifen wird auf Gehwegniveau angehoben, dies soll zur Verkehrsberuhigung und Verlangsamung des Verkehrs beitragen.“
„Gewisse Lärmentwicklung“ beim Überfahren des Zebrastreifens
Allerdings sei mit dieser Lösung „eine gewisse Lärmentwicklung beim Kontakt sowohl beim Bremsen als auch beim Beschleunigen vor und nach der Überfahrt zu erwarten“, hieß es bereits vor einigen Wochen in einer städtischen Mitteilung.
Derartige Erhöhungen sind in Waiblingen wie generell auf den Straßen im Rems- und Murrtal oder im Schwäbischen Wald noch sehr selten, andernorts in Europa aber durchaus häufiger anzutreffen. Sportbegeisterte Fernsehzuschauer konnten das im vergangenen Sommer bei den TV-Übertragungen der Tour de France aus dem Helikopter erkennen, als die Profi-Radsportler immer wieder, vor allem an Ortseingängen, über die kleinen Erhöhungen an den Fußgängerüberwegen rauschten.