Vor allem die Urnengräber werden auf den Waiblinger Friedhöfen deutlich teurer. Foto: Gottfried Stoppel

Auf den Friedhöfen der Stadt werden die Gräber laut einer neuen Gebührenordnung teilweise mehr als doppelt so teuer wie zuvor. Aufgrund der geänderten Berechnungsgrundlagen ziehen die Preise vor allem bei Urnengräbern deutlich an.

Waiblingen - Bei den Friedhöfen zahlt die Stadt Waiblingen bisher kräftig drauf. Aktuell, so Andrea Wagner von der Kommunalberatungsfirma Allevo, liege der Kostendeckungsgrad bei 71,4 Prozent. In den vergangenen Jahren hat Waiblingen beim Betrieb der letzten Ruhestätten jährlich jeweils etwa 445 000 Euro draufgelegt. Das soll sich ändern. In der neuen Berechnung für die Friedhofsgebühren ist ein Deckungsgrad von 80 Prozent angestrebt, was das jährliche Minus auf etwa 325 000 Euro reduzieren würde.

Steigerung um mehr als 100 Prozent

Die Folgen für diejenigen, die ihre Angehörigen auf einem Waiblinger Friedhof zur letzten Ruhe betten lassen wollen, sind teils gravierend. Die Gebühr steigt zwischen 23 Prozent im für 15 Jahre nutzbaren Erwachsenenreihengrab (bisher 2987 Euro, künftig 3671 Euro) und 122 Prozent in der bislang günstigsten Begräbnisform, der anonymen Urnengemeinschaftsgrabstätte, die anstelle der bisherigen 697 Euro vom 1.  Juli dieses Jahres an 1545 Euro kosten soll. Die Gebühr umfasst jeweils die Nutzung der Friedhofshalle für Trauerfeier und Leichenaufbewahrung, die Bestattung selbst und die Grabnutzung für 15 Jahre.

Der Grund für die ungleichen Verschiebungen bei den unterschiedlichen Bestattungsformen ist dabei nicht zuletzt die veränderte Kalkulationsgrundlage. Bislang, so erläuterte die Kommunalberaterin im Planungsausschuss, sei die Berechnung ausschließlich anhand der beanspruchten Fläche erfolgt. Inzwischen empfehle die Gemeindeprüfungsanstalt aber ein Kalkulationsmodell, das 50 Prozent der Kosten über die Fälle verteilt und nur die andere Hälfte über die Fläche. Dies ergebe eine gerechtere Verteilung der Gesamtkosten.

Mehrheit für die neue Gebührenordnung

Auf starke Bedenken stießen vor allem die extrem steigenden Gebühren für die Urnenbegräbnisse bei der Alternativen ­Liste. Die Kosten für die in Waiblingen derzeit am häufigsten gewählten Bestattungsformen im Urnenwahlgrab (neu: 5320 Euro) oder in der Urnennische (neu: 2789 Euro) stiegen um 110 beziehungsweise 41 Prozent, sagte Ali-Rat Alfonso Fazio. „Da entsteht der Eindruck, dass man für das Sterben bestraft wird.“ Auch ihm und seinen Fraktionskollegen seien die Preissprünge aufgefallen, sagte der CDU-Rat Peter Abele, die Erhöhung halte man aber mit Blick auf die auch weiter bleibenden Kosten für die Stadt für angemessen. Bei zwei Gegenstimmen hat der Ausschuss die neue Gebührenordnung am Ende zur Verabschiedung empfohlen.

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