Zur Wahl am 9. Juni treten alle im Esslinger Kreistag vertretenen Parteien und Gruppierungen wieder an. Dem neuen Gremium werden maximal 103 Mitglieder angehören.
Für die Wahl des Esslinger Kreistags am 9. Juni bewerben sich 746 Kandidatinnen und Kandidaten. Der Kreiswahlausschuss hat in seiner Sitzung am Dienstag alle eingereichten 92 Wahlvorschläge zugelassen.
Bei der Überprüfung der Zulassungsvoraussetzungen „sind keine gravierenden Mängel festgestellt worden, sodass kein Wahlvorschlag und keine Bewerbung zurückgewiesen werden musste“, stellte der Ausschussvorsitzende, Landrat Heinz Eininger, fest. Kleinere Mängel – wenn beispielsweise die Berufsbezeichnung fehlte – habe man durch Nachfragen noch vor Ablauf der Frist am 28. März beheben können. Die wichtigste Voraussetzung für eine Kandidatur ist, dass die Bewerberinnen und Bewerber im Landkreis Esslingen wohnen, nicht zwingend allerdings in ihrem Wahlkreis. Die genaue Anschrift wird erstmals nicht auf den Stimmzetteln stehen.
Wie schon bei der Wahl vor fünf Jahren ist das Kreisgebiet in insgesamt 13 Wahlkreise aufgeteilt: Esslingen, Filderstadt, Kirchheim, Leinfelden-Echterdingen, Nürtingen, Ostfildern, Aichtal, Reichenbach, Frickenhausen, Neuhausen, Plochingen, Weilheim und Wendlingen. Dort haben alle Parteien und Gruppierungen, die bereits im aktuellen Kreistag vertreten sind, Kandidaten nominiert: Freie Wähler, CDU, Grüne, SPD, FDP, AfD und Linke. Im Wahlkreis Leinfelden-Echterdingen kandidiert zusätzlich noch die Liste Engagierter Bürger. Sie tritt schon zum fünften Mal zur Kreistagswahl an, konnte bislang jedoch kein Mandat erringen.
Vergeben werden mit der Wahl am 9. Juni mindestens 86 Kreistagssitze. Die gesetzliche Mitgliederzahl hat sich trotz des Einwohnerzuwachses im Landkreis gegenüber 2019 nicht erhöht. Allerdings kann sich die Zahl der Mitglieder durch Ausgleichssitze noch auf bis zu 103 erhöhen. Dem aktuellen Gremium gehören 98 Mitglieder an – die meisten, mit 28 Vertretern, stellen die Freien Wähler, gefolgt von der CDU und den Grünen mit jeweils 19 Kreisräten. Die SPD-Fraktion hat 15 Mitglieder, die AfD sieben, die FDP sechs und die Linke vier.
Frauen sind im Bewerberfeld nach wie vor unterrepräsentiert: Den 491 Kandidaten stehen 255 Kandidatinnen gegenüber. Erstmals können sich auch Jugendliche ab 16 Jahren für ein Mandat bewerben – und tatsächlich sind drei 17-Jährige auf den Wahlvorschlägen vertreten. Der Großteil der Bewerber ist zwischen 50 und 70 Jahre alt, die älteste Kandidatin ist Jahrgang 1934.
Unter den Nominierten sind 100 Rentner, Pensionäre und Hausfrauen sowie 41 Ingenieure und 30 Studierende. 37 Kandidaten sind Wahlbeamte, 21 von ihnen haben ein Bürgermeisteramt inne. Und mit Otto Ruppaner, der seit März des Jahres Stadtoberhaupt von Leinfelden-Echterdingen ist, kandidiert auch der Oberbürgermeister einer Großen Kreisstadt.
Das Ergebnis der Kreistagswahl wird übrigens nicht am Abend des 9. Juni feststehen. Denn laut Heinz Eininger werden zuerst die Stimmzettel für die gleichzeitig stattfindenden Europa- und Regionalwahlen ausgezählt. Erst dann folgt die Auszählung der Kreistags- und Kommunalwahlen. Das werde einige Tage in Anspruch nehmen.