Claus Paal (unten) vor 25 Jahren bei einem Tandemsprung über Neuseeland Foto: privat

Claus Paal (CDU) will die Probleme in der Politik so angehen wie einst im eigenen Unternehmen. Die Ziele für die Wahl: Die Christdemokraten regieren mit, mit Guido Wolf als Ministerpräsident.

Schorndorf - Nein, in Ziffern wolle er sein Traumergebnis für die Landtagswahl am 13. März nicht ausdrücken, da gebe es denn doch viel zu viele Unwägbarkeiten, sagt Claus Paal, der Mann, der vor fünf Jahren für die CDU das Direktmandat im Wahlkreis Schorndorf erobert hat. Aber zwei Dinge seien klar: Um seinen Wünschen und Erwartungen zu genügen, müsse das Ergebnis so sein, dass die CDU in der Regierung sitze und Guido Wolf Ministerpräsident werde.

Claus Paal will sein Direktmandat verteidigen. Foto: Eppler
„Ich komme von der Wirtschaftsseite“, sagt der Mann, der beim Urnengang natürlich das Direktmandat erfolgreich verteidigen will. Und in Wirtschaftsdingen, da habe politisch in den vergangenen fünf Jahren ein ziemlicher Stillstand geherrscht. „Wir brauchen neue Akzente“, sagt Paal. „Es gibt Megatrends weltweit, die wir beobachten und nutzen müssen.“ Für diesen Zweck habe er bereits einen „Thinktank“ vorgeschlagen, eine Einrichtung, in der kluge Köpfe versammelt werden und sich dem systematischen „Trend-Scouting“ widmen. Denn dafür, das sei natürlich ebenfalls klar, fehlten den kleineren mittelständischen Unternehmen die Möglichkeiten.

„Wir müssen aus den Fehlern lernen“

Verpasste Trends, dafür sei aus deutscher Sicht die Entwicklung bei den Smartphones ein Paradebeispiel: Entwicklung in den USA, Fertigung in Fernost, Absatz hierzulande – „und die Wertschöpfung in Deutschland: null“. Insgesamt sei man bei den digitalen Dingen sehr spät dran: „Da müssen wir draus lernen.“ Zum Beispiel, um bei den modernen Mobilitätsformen am Ball zu bleiben. Dabei wolle er, Paal, die Dinge in der Politik genauso angehen, wie er dies im eigenen Unternehmen getan habe – „ich bin gut im Lösungenfinden und darin, diese dann durchzuziehen“.

Sachlich bleiben, ruhig bleiben „und das Ganze differenziert betrachten“, ist Paals Wunsch beim Thema Flüchtlinge. Hilfe für diejenigen, die Hilfe brauchten. Und was die unbegleitet angekommenen Minderjährigen angehe, könne die Bildung und Ausbildung mittelfristig einen positiven Beitrag bei der Beseitigung des Facharbeitermangels liefern. Aber, sagt Paal, „wir können nicht auch noch denen helfen, die unsere Hilfe gar nicht brauchen“.

Anreize für Zuzug senken

Da müsse man die Anreize für den Zuzug ins Land senken. Und bei denen, die – etwa weil aus sicheren Herkunftsländern – falsch hier seien, müsse man eben konsequent danach schauen, wie diese wieder dorthin zurückkämen. Wichtig sei: nicht den Populisten nachzugeben und auf falsche Versprechen hereinzufallen: „Schnelle Lösungen, die gibt es dazu nicht.“

Zum Besuch in der Zeitungsredaktion hat der 49-jährige Politprofi und Freund des Fliegens ein Bild aus vergangenen Tagen mitgebracht, das vor rund 25 Jahren aufgenommen worden ist und ihn beim Tandemsprung über Queenstown, hoch über der Südinsel Neuseelands, zeigt. Ein einmaliges Erlebnis, schwärmt er noch heute. Erst im vergangenen Jahr hat sich der Neuseeland-Fan im Urlaub jene Gegend wieder angeschaut, über der er damals erst im Freifall hinabgebraust und dann am Fallschirm geschwebt ist.

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