Philipp Amthor zieht in Bietigheim-Bissingen bei einer Wahlkampfveranstaltung viele junge Menschen an. Dabei geht es auch um die „Stadtbild“-Debatte und mögliche Koalitionen.
Geduldig warten Dutzende Menschen bei Minusgraden vor dem Bietigheimer Dönerladen „Deniz Kebap“, bis sie an der Reihe sind. Der Imbiss ist eigentlich groß genug, dass auch beim Mittagsandrang, wenn Tausende Schüler aus den Gymnasien und dem Berufsschulzentrum in der Nähe Pause haben, keiner in der Kälte warten muss. Heute ist das anders.
Heute warten die vor allem Jugendlichen in der Schlange – aber auch nicht in erster Linie auf einen Döner, sondern auf die Gelegenheit für ein Selfie mit Philipp Amthor. Die Social-Media-Berühmtheit der CDU-Bundestagsfraktion ist nach Baden-Württemberg gekommen, um im Landtagswahlkampf zu helfen. Eine der Stationen lautet Bietigheim.
Hier tritt Tobias Vogt, Generalsekretär der Landespartei und Abgeordneter im hiesigen Wahlkreis, an, um am 8. März erneut in den Landtag einzuziehen. Vogts Team kam auf die Idee einer Wahlkampfaktion mit Amthor. Wer ein Selfie mit Amthor und Vogt macht, bekommt einen Döner für 3 Euro.
Das Konzept der, laut Vogt im Land einzigartigen, Aktion überzeugt. Am Ende des 75-minütigen Termins sind wohl mehr als 500 Döner über die Theke gegangen. „Wir wollen nah bei den Menschen sein und ein Döner in der Mittagspause ist die Lebensrealität von vielen Schülern“, sagt Vogt.
Erst Koalitionsfrage, dann Kebap
Nahe kommt er den Menschen in der Tat. Mit hochgekrempelten Hemdsärmeln – Amthor lässt das Jackett an – steht Vogt mit seinem Gast vor dem Dönerladen und einem CDU-Aufsteller. Das ist der Selfie-Spot. Die Jugendlichen kennen Amthor, manche haben sogar Fragen zu Minderheitsregierung, „Stadtbild“-Debatte oder möglichen Koalitionen.
Die meisten freuen sich aber einfach über ein Foto mit einem Promi und den 3-Euro-Döner. Amthor und Vogt legen zwischendurch sogar selbst Hand an die drei Dönerspieße. „Das sieht aus, als habe er das schon einmal gemacht“, ist aus dem Menschenpulk vor der Theke zu hören, als Amthor das Fleisch herunterschneidet. Der Imbiss-Inhaber bietet ihm gleich einen Job für die Zeit nach der Politik an.
Manche kommen sogar von weit her für die Aktion. Ein junger Mann ist eigens aus Konstanz angereist. Sein Freund aus Backnang hatte von der Aktion gehört und ihn informiert. Ob Vogt mit dem Döner-Selfie auch Stimmen gewinnen konnte, bleibt abzuwarten. Was sich im Gespräch mit einigen Jugendlichen zeigt: Amthor-Selfie-Fans sind nicht automatisch CDU-Wähler.