Wahlkampf in Bayern „Mutterallerprobleme.de“ führt direkt zur CSU

Von Sascha Maier 

Die Aussage von Innenminister Horst Seehofer (CSU) wird zum Bumerang: Unbekannte Aktivisten haben eine klare Vorstellung davon, wer wirklich die Mutter aller Probleme in Deutschland sein soll. Foto: dpa
Die Aussage von Innenminister Horst Seehofer (CSU) wird zum Bumerang: Unbekannte Aktivisten haben eine klare Vorstellung davon, wer wirklich die Mutter aller Probleme in Deutschland sein soll. Foto: dpa

Wer „Mutterallerprobleme.de“ in seinem Browser eingibt, der landet direkt auf der Webseite der CSU. Die Aktion ist ein weiterer Nackenschlag für die Partei, die beim Online-Wahlkampf in den vergangenen Wochen immer wieder zum Narren gehalten wurde.

München - Laut aktuellen Umfragewerten droht der CSU am 14. Oktober zur Landtagswahl ein Debakel. Und jetzt auch noch das: Nicht nur, dass Innenminister Horst Seehofer für seinen Satz, dass Migration die Mutter aller Probleme in Deutschland sei, von verschiedenen Seiten kritisiert wurde. Jetzt hat sich auch noch irgendjemand die Domain „Mutterallerprobleme.de“ gesichert, die den Besucher auf die Webseite der CSU weiterleitet.

Die URL hat zum Beispiel der in Berlin lebende Künstler Shahak Shapira kommentarlos getwittert. Auch wenn ihm die Aktion ähnlich sehen würde, steckt er nicht dahinter, wie sein Management sagt.

Die CSU-Zentrale in Bayern hat eine Weile gebraucht, um sich zu einer Position durchzuringen – und die Aktion schließlich überhaupt nicht kommentiert. Zuvor hieß es noch, man werde die Fragen gerne innerhalb einer Stunde beantworten, sofern sie schriftlich eingereicht werden. 24 Stunden und etliche Telefonate später haben es sich die Kommunikationsprofis von der CSU offenbar anders überlegt.

Es ist nicht das erste Mal, dass Domains gekapert und gegen die CSU verwendet wurden. So hatten sich die Sozialdemokraten in Bayern im August die Domain „Soeder-machts.de“ gesichert – die Marcus Söder eigentlich für seinen Wahlkampf nutzen wollte. Dort stellt die SPD dem CSU-Ministerpräsidenten eine miserable Bilanz aus. Stecken vielleicht auch jetzt die Sozialdemokraten dahinter?

„Leider waren wir es diesmal nicht“, sagt ein Sprecher der Bayern-SPD. Vorerst bleibt es wohl ein Rätsel, wer hinter dem Streich steckt.

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