Die Gegner einer Schanzacker-Bebauung wollten den fünf Landtagskandidaten im Wahlkreis Ludwigsburg im Vorfeld der Wahl auf den Zahn fühlen. Reagiert haben aber nur drei.
Ende Januar hatte der VUH, Verband für Umweltschutz und Heimatpflege im Landkreis Ludwigsburg, die fünf Landtagskandidatinnen und -kandidaten im Wahlkreis angeschrieben und um Stellungnahme in Sachen Schanzacker gebeten. Die als Ackerfläche genutzte und vom Verband Region Stuttgart als regionaler Grünzug festgelegte Fläche zwischen Asperg und Tamm steht in der Diskussion als möglicher Ort für den Neubau einer Landeserstaufnahme (LEA). Die Bürgerinitiative GGLTA (Gemeinsam gegen LEA Tamm Asperg), der aus ihr hervorgegangene VUH und die Gemeinderäte der Städte Tamm, Asperg und Ludwigsburg lehnen dies ab.
Der VUH indes geht noch einen Schritt weiter. Er möchte gern, dass das bereits in der Nähe bestehende Landschaftsschutzgebiet am Hohenasperg erweitert wird und auch den Schanzacker einschließen soll, außerdem lehnt er eine mögliche Freiflächen-Photovoltaikanlage auf dem Acker ab. Dazu wollte er im Vorfeld der Wahl wissen, ob seitens der Kandidatinnen und Kandidaten mit Unterstützung zu rechnen sei.
CDU, AfD und FDP unterstützen die Forderungen des Vereins
Die drei Kandidaten von CDU, FDP und AfD haben teils mehr, teils weniger ausführlich auf die Anfrage reagiert, von der Grünen Silke Gericke und der SPD-Kandidatin Nathalie Ziwey hingegen kam – trotz eines Erinnerungsschreibens, der Möglichkeit einer kurzen Beantwortung und einer reichlich bemessenen Antwortfrist von 37 Tagen – gar keine Antwort. Der VUH-Vorsitzende Steffen Herwig findet es „bemerkenswert, dass dabei gerade die Vertreterinnen der beiden Parteien, die das Thema Umweltschutz stets geradezu wie eine Monstranz vor sich hertragen, nun keinerlei Reaktion auf eine Anfrage zu diesem Thema zeigen.“ Und während die beiden Parteien beständig über das Erstarken der AfD lamentierten, hätten deren Vertreterinnen im Wahlkreis nun durch ihre Nicht-Antwort dafür gesorgt, das politische Meinungsspektrum erheblich zu verengen – aus Sicht von Herwig ein verheerendes Signal.
Lukas Tietze (CDU), Christoforos Tsoulopoulos (AfD) und Wolfgang Vogt (FDP) haben sich samt und sonders gegen eine Nutzung des Schanzackers für Photovoltaik und für eine Erweiterung des Landschaftsschutzgebiets ausgesprochen und erklärt, dass sie dies schon im Wahlkampf auf verschiedenste Weise, unter anderem durch Gesprächsangebote und Termine vor Ort, unterstützen und auch im Fall ihrer Wahl weiterhin tun werden, indem sie sich beispielsweise für eine Änderung des Regionalplans zugunsten des dauerhaften Erhalts der Ackerfläche einsetzen.