Ganze 60 Interessierte tauchten zu der Veranstaltung am Wochenende auf. Eindeutig weniger als die Zahl der mit Gingrich mitreisenden Reporter. Foto: Spang

Am Anfang der Woche mobilisierte Newt Gingrich Tausende, am Wochenende kommen nur 60 Anhänger.

Newt kam fast eine Stunde zu spät in das “Centro de la Familia Christiana”. Das ließ den Veranstaltern des Familien-Zentrums im Osten Orlandos Zeit, die paar versprengten Anhänger kameragerecht zu positionieren. Ganze 60 Interessierte tauchten zu der Veranstaltung am Wochenende auf. Eindeutig weniger als die Zahl der mit Gingrich mitreisenden Reporter. Und nicht gerade eine beeindruckende Menge für einen Präsidentschafts-Kandidaten, der Anfang der Woche noch Tausende mobilisierte.

War das die vielfach vorausgesagte Implosion des Newt Gingrich?

Nicht so schnell geben erfahrene US-Kollegen zu bedenken, die davor warnen, aus Momentaufnahmen zu weitgehende Schlüsse zu ziehen. Ein weiser Rat. Denn nur ein paar Stunden später erhielt der blutleer wirkende Gingrich eine Vitaminspritze.

Kolonie auf Mond bauen

Ex-Konkurrent Herman Cain alias der Pizza-König erklärte in West Palm Beach seine Unterstützung für den Kandidaten, der nach zwei schwachen Vorstellungen bei den Präsidentschafts-Debatten auf steile Talfahrt in den Umfragen ging. “Ich habe das die ganze Zeit in meinem Herzen herumgetragen”, erklärte Cain, der nach Vorwürfen wegen verschiedener Affären seine Ambitionen für das Weiße Haus aufgeben musste. “Speaker Gingrich ist ein Patriot und schreckt nicht vor mutigen Ideen zurück.”

Wie die Idee, eine Kolonie auf den Mond zu bauen, die Newt am Mittwoch an der Weltraumküste von Florida formulierte und ihn im Romney-Lager zur Lachnummer machte?

Gingrich zeigte sich überrascht. “Ich hatte keine Vorstellung, wie interessant dieser Abend werden könnte.” Auf jeden Fall anders als die traurige Vorstellung vor der Christengemeinde befürchten ließ.

"Erwarte, Nominierung zu gewinnen"

Damit kann Gingrich nun eine Reihe prominenter Konservativer aufbieten. Einschließlich Sarah Palins, die in den vergangenen Tagen wiederholt für den Wutbürger in die Bresche gesprungen war.

Angesprochen auf Spekulationen, ob er nach einer Niederlage in Florida aufgeben würde, meinte Gingrich, im Gegenteil habe er vor, bis zum Ende der Vorwahlen eine Alternative zu Romney anzubieten. “Ich werde bis zum Parteitag weitermachen und ich erwarte, die Nominierung zu gewinnen.”

Die Realität in Florida widerspricht den rosaroten Präsidentschaft-Träumen Newts. Romney liegt im Sonnenstaat im Schnitt mehr als elf Punkte vor dem Wurtbürger. Auftritte wie vor dem “Centro de la Familia Christiana” erklären warum.

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