Die Begeisterung für Newt Gingrich scheint bei den Republikanern ungebrochen. Foto: privat

Nachrichten-Kanäle analysieren rauf und runter die "State of the Union"-Rede von Präsident Obama.

Das ist der erste Tag seit Gedenken, an dem Mitt und Newt nicht die Schlagzeilen der nationalen Medien bestimmen. Die Nachrichten-Kanäle analysieren stattdessen rauf und runter die “State of the Union”-Rede des Präsidenten. Viele Kommentatoren sehen darin zurecht den Beginn des Wahlkampf Obamas. Oder mindestens die Vorarbeiten für den Herbst.

In jedem Fall tut der Präsident gut daran, zwei Dinge zu tun. Erstens die Themen für die kommende Wahlschlacht zu setzen. Und zweitens seine potentiellen Herausforderer frühzeitig zu definieren. Gemessen an den Reaktionen in den Medien schien ihm Beides geglückt zu sein. Er reist jetzt durch fünf Staaten mit Wechselwählern, um seine Strategie zu testen.

Gingrich kann Ärger der Rechten kanalisieren

Ich vermute im Weißen Haus drücken nicht wenige Romney für Florida die Daumen. Der Multimillionär mit der Ministeuer ist genau das, was sich Obamas Spinmeister wünschen. Lässt sich der Wendehals mit den tiefen Taschen doch relativ einfach packen. Das ist bei Wutbürger Gingrich schwieriger. Dieser kann immerhin den Ärger der Rechten kanalisieren und versteht es wie kein Zweiter seit “Tricky Dicky” Nixon geschickt mit Halbwahrheiten und Schmierkampagnen zu operieren.

Obama sah selten gut aus, wenn ihn jemand persönlich direkt angegangen ist. Davon muss er bei dem neuen Tea-Party-Helden ausgehen.

In Florida: Newt kommt nicht gut an

Die Begeisterung für Newt scheint bei den Republikanern ungebrochen. An der Weltraumküste um Cape Canaveral kamen soviel Neugierige um Newt zu hören, dass sie nicht alle einen Platz fanden. Romney kann von einer solchen Resonanz nur träumen. Sein Erfolg hängt viel mehr an den teuren Fernseh-Werbespots mit denen er den Bundesstaat überzieht. Neue Umfragen sehen beide in einem Kopf-an-Kopf-Rennen.

Schlecht für Newt: Bei Unabhängigen kommt er in Florida nicht gut an. Gegen Obama verlöre er den Sonnenstadt deshalb mit neun Punkten. Während Romney laut Suffolk die Nase um fünf Prozent vorn hätte. Pech für Mitt, dass die Unabhängigen kommenden Dienstag nicht wählen dürfen.

Ich werde morgen für ein paar Tage nach Florida reisen, um vor Ort den Puls zu nehmen und am Abend die mit Spannung erwartete Debatte in Jacksonville verfolgen. Mal sehen, ob diesmal wieder die Fetzen fliegen.

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