Der scheidende Labour-Chef Ed Miliband Foto: PRESS ASSOCIATION

Der deutliche Sieg der Tories in Großbritannien hat die anderen Parteien in die Krise gestürzt. An nur einem Mittag treten in London Labour-Chef Miliband, Ukip-Vorsitzender Farage und Vize-Premier Clegg zurück.

London - Der britische Labour-Chef Ed Miliband ist nach der Wahlniederlage der Sozialdemokraten von seinem Posten als Parteivorsitzender zurückgetreten. Er übernahm am Freitag die alleinige Verantwortung für das Wahlergebnis und gratulierte Premierminister David Cameron, der mit seiner Konservativen Partei eine absolute Mehrheit im Unterhaus gewonnen hat.

„Das ist nicht die Rede, die ich halten wollte“, sagte Miliband und bat für sein Scheitern um Entschuldigung. Die Party müsse sich nun erneuern. „Wir sind früher schon zurückgekommen, und diese Partei wird wieder zurückkommen.“

Miliband hatte den Parteivorsitz 2010 übernommen, nachdem Labour mit dem früheren Premierminister Gordon Brown an der Spitze die Parlamentswahl verloren hatte. Er setzte sich im Rennen um den Posten knapp gegen seinen Bruder David Miliband durch, der unter Brown Außenminister gewesen war und eigentlich als aussichtsreicherer Kandidat gegolten hatte. Bis ein neuer Parteichef gewählt ist, wird die stellvertretende Parteivorsitzende Harriet Harman Milibands Posten übernehmen.

Im Vergleich zu 2010 hat Labour mehr als 20 Sitze im Parlament verloren. Besonders zu schaffen machte der Partei der Sieg der sozialdemokratischen Nationalpartei in Schottland, wo bisher auf nationaler Ebene überwiegend Labour gewählt worden war.

Farage und Clegg treten zurück

Auch der Chef der eurokritischen UK Independence Party (Ukip), Nigel Farage, nahm seinen Hut. „Ich bin ein Mann, der sein Wort hält“, sagte er. Vor der Wahl hatte der EU-Parlamentarier angekündigt, den Ukip-Parteivorsitz niederzulegen, sollte er sein Direktmandat nicht gewinnen und nicht ins Parlament einziehen können. Er empfahl Suzanne Evans aus dem Parteivorstand als vorläufige Nachfolgerin.

Der Dritte im Bunde: Vize-Premierminister Nick Clegg, der seinen Posten als Vorsitzender der Liberaldemokraten freimachte. „Ich muss die Verantwortung tragen und ich trete als Vorsitzender der Liberaldemokraten zurück.“ Die Partei des 48-Jährigen hat nur noch acht Sitze im Unterhaus und wurde damit von den Wählern abgestraft. 2010 hatten die Liberaldemokraten noch 57 Parlamentarier entsenden können. Er war seit 2007 Parteichef der Liberaldemokraten. Clegg, der als einer der europafreundlichsten Politiker in Großbritannien gilt, gewann sein Direktmandat in Sheffield und kann seine Arbeit als Abgeordneter fortsetzen.

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