Dilgelay-Chef Erkan Düzgün führt den Laden in der Neckarstraße. Foto: Michael Bosch/privat

Wir haben gefragt: Wer macht den besten Döner Stuttgarts? In die Top 5 und somit in die finale Abstimmung hat es Dilgelay geschafft. Wir waren dort.

An den Wochenenden wird bei Dilgelay richtig aufgefahren. Freitags, samstags und sonntags drehen sich drei besonders große Spieße im Laden der Familie Düzgün. „Hausgemacht“, sagt Erkan Düzgün nicht ohne Stolz. Fast zwei Tage brauchen sie, bis die Ungetüme gesteckt sind. „Dass wir eigentlich immer so gut wie alles verkaufen, zeigt, dass wir das nicht so schlecht machen“, sagt der 28-Jährige und grinst.

 

Er wäre kein guter „Dönerbesitzer“, wäre er nicht überzeugt von dem, was er ins Fladenbrot packt. „Unter der Woche ist er schon gut“, sagt Düzgün über seinen Kebab. Auch dann kommt nur Rindfleisch aus der hohen Rippe auf den Spieß, der aber geliefert wird. „Aber der am Wochenende ist er vielleicht einer der besten in Deutschland“, sagt er. „Man könnte das auch im Steakhouse als Steak servieren.“ Bei Dilgelay machen sie Döner draus.

Jetzt abstimmen: Die Stuttgarter Nachrichten suchen den besten Döner in Stuttgart – und ihr habt zahlreich nominiert. Die fünf Dönerläden mit den meisten Nominierungen stehen nun im Finale, darunter auch Dilgelay. Bis zum 11. Januar könnt ihr hier für euren Favoriten abstimmen.

Wie viel Döner verkauft wird im Dilgelay, ist ein Geheimnis

Die Erfolgsgeschichte des Ladens in der Neckarstraße, den es seit 2013 gibt, ist eng mit dem mittleren der drei Düzgün-Brüder verbunden. „Aber vor zwei Jahren kannte uns niemand“, sagt er. Damals studierte er noch in Hohenheim Wirtschaftswissenschaften und Management. „Ich habe immer Potenzial gesehen“, sagt Düzgün, „aber irgendwas hat gefehlt“. Also stieg er ins Familiengeschäft ein, das Betriebswirtschaftliche hatte er sich im Studium angeeignet. „Wir haben uns langsam gesteigert, was die Qualität angeht – und langsam kamen immer mehr Kunden.“

Irgendwann habe er sich gefragt: Warum machen wir unser Fleisch nicht selber? Erst gab es einen selbstgesteckten Spieß, daraus wurden zwei, dann drei. Erkan Düzgün zeigt Bilder von den fein marmorierten Fleischstücken – ein riesiger Berg. Wie viel verarbeitet wird, will er nicht preisgeben. „Was wir sonst noch reinkommt, hat jeder eigentlich daheim in der Küche“, sagt er. Dass alles im Dilgelay, was über die Theke geht, selbstgemacht ist – angefangen beim Brot bis zum Bulgur – ist aus Düzgüns Sicht das Geheimnis. „Einen Spieß zu stecken, das ist echtes Handwerk. Brot selbst zu machen, das ist eine Kunst für sich“, findet er. Bei Dilgelay kommen die Fladen aus einem beeindruckenden Ofen, direkt neben der Küche.

Döner? Ohne Soße! „Alles andere ist eigentlich ein belegtes Brötchen“

Weil es Kebab in den meisten deutschen Großstädten im Prinzip an jeder Ecke gibt – Stuttgart ist da keine Ausnahme – lebt das Geschäft auch von Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn Promis kommen, hilft das auch. Und Dilgelay kann sich inzwischen mit einige bekannten Besuchern schmücken. Auf Instagram ist das festgehalten. Der Rapper Haftbefehl war mal da, einige Food-Influencer, viele VfB-Spieler auch. „Wir haben Stammgäste aus der Schweiz, die regelmäßig kommen“, freut sich Düzgün. Der Laden ist auch unter der Woche schon vor 12 Uhr teils brechend voll. Polizisten speisen hier neben Schülern und Handwerkern – das Publikum ist vielfältig. Dass der Laden den Beinamen „Der Stuttgarter Döner“ trägt, passt ins Bild. „Ich wollte eigentlich nur etwas, was im Kopf hängen bleibt“, sagt Düzgün.

Im Dilgelay der Chef: Erkan Düzgün stieg nach dem Studium in den Familienbetrieb ein. Foto: StZN/Michael Bosch

Wie die Kunden den Döner im Dilgelay ordern, ist natürlich höchst unterschiedlich. Erkan Düzgün hat seine ganz eigene Devise, wie der Fladen befüllt wird: Fleisch, Tomate, Zwiebel, Scharf. Das war’s. „Daran erkennt man einen guten Döner. Alles andere ist eigentlich ein belegtes Brötchen.“ Soßen seien schön und gut, aber die verfälschten den Geschmack, sagt er.

Ansonsten fällt das Veggie-Angebot im Dilgelay auf. Unter anderem gibt es auch einen fleischlosen Salami- und Schinken-Ersatz auf die Pizza. Gut ein Drittel der Karte ist vegan. „Damit haben wir schon vor 13 Jahren angefangen“, sagt Düzgün. Zu einer Zeit, zu der noch niemand den Begriff „veggie“ mit Döner assoziert habe. „Die Nachfrage war immer wieder mal da, als wir einen guten Lieferanten gefunden haben, haben wir uns entschieden die Nische in Anspruch zu nehmen“, sagt Düzgün. Es hat dem Geschäft sicher nicht geschadet. „Aber der Steakdöner, das ist unser Zugpferd“, sagt Erkan Düzgün.

Wahl zum besten Döner Stuttgarts

Die Abstimmung
In einer ersten Phase konnten die Leserinnen und Leser der Stuttgarter Nachrichten ihren Lieblingsdöner in Stuttgart nominieren. Die fünf Dönerläden mit den meisten Nominierungen stehen nun im Finale. Bis zum 11. Januar könnt ihr hier für euren Favoriten abstimmen. Der Dönerladen mit den meisten Stimmen wird anschließend zum „Besten Döner Stuttgarts“ gekürt.