Der Bürgermeister von Hemmingen, Thomas Schäfer, will am Sonntag wiedergewählt werden. Der 43-Jährige hofft auf eine rege Wahlbeteiligung. Was Sie zur Wahl wissen sollten.
Es sind nur noch wenige Tage, dann bittet die Gemeinde Hemmingen zur Wahlurne: An diesem Sonntag, 14. Dezember, findet die Bürgermeisterwahl statt. Die 5885 Wahlberechtigten haben die Möglichkeit, ihr Kreuzchen für den amtierenden Rathauschef Thomas Schäfer (CDU) zu setzen – oder jemand anderen auf den Stimmzettel zu schreiben. In diesem Fall sind neben dem Namen einer anderen wählbaren Person weitere Angaben zur „zweifelsfreien Identifizierung dieser Person“ nötig, wie die Adresse und der Beruf. Die Wahllokale (Gemeinschaftshalle, Bürgertreff und Kita Hälde) für die drei Wahlbezirke sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Thomas Schäfers zweite Amtszeit endet am 11. März 2026.
Bürgermeisterwahl Hemmingen: Auszählung bis Sonntag, 19 Uhr
Man gehe davon aus, dass am Sonntag spätestens um 19 Uhr alle Stimmen ausgezählt sein müssten, sagt der Wahlleiter Martin Seliger. Das amtliche Endergebnis wird mit Abschluss der Sitzung des Gemeindewahlausschusses am Tag darauf (17 Uhr) vorliegen. Die Wahlergebnisse lassen sich im Internet abrufen. Alternativ bietet die Gemeinde der Bevölkerung die Gelegenheit, am Sonntag von 18.30 Uhr an über einen Fernseher die Wahlergebnisse vor Ort im Vorzimmer des Bürgermeisters zu verfolgen. „Wir rechnen mit regem Besuch“, sagt Martin Seliger.
Der Bürgermeister hofft auf eine Wahlbeteiligung „30 plus x“
Auf eine rege Wahlbeteiligung wird indes gehofft. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Thomas Schäfer, er wünsche sich „30 Prozent plus x“. Bis Mittwochnachmittag hatte die Gemeinde für die Briefwahl 899 Wahlscheine ausgestellt. Sollten alle bestellten Wahlbriefe wieder eingehen – sprich: alle Briefwähler auch abstimmen – läge die Wahlbeteiligung allein bei der Briefwahl bei mindestens 15,27 Prozent.
Schon bei der letzten Wahl, im Dezember 2017, hatte sich der 43-jährige Schäfer zum Ziel gesetzt, bei einer Wahlbeteiligung von mindestens 30 Prozent dann 90 Prozent der Stimmen zu holen. Letztlich lag die Wahlbeteiligung bei 40,17 Prozent, und Thomas Schäfer wurde mit 96,2 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Anders als diesmal hatte er vor acht Jahren mit Fridi Miller und Ulrich Raisch zwei Mitbewerber. Damals gaben 482 Personen ihre Stimme per Briefwahl ab.
Zwei Tage nach der Wahl am 14. Dezember werden Thomas Schäfer und der Gemeinderat am Abend wohl unpopuläre Entscheidungen treffen: Der CDU-Mann, der unter anderem bei der Kandidatenvorstellung die Bürger auf Steuererhöhungen eingeschworen hat, will am Dienstagabend (18 Uhr) mit dem Gremium ein üppiges Sparpaket schnüren. Im Visier ist laut der Sitzungsagenda beispielsweise die Grund- und Gewerbesteuer, die Hunde- und Vergnügungssteuer, ebenso der Hemminger Familienpass und die Nutzung der Bücherei. Die Sparliste ist lang.
„Dann sieht es für unsere Gemeinde und den Kreis mehr als düster aus“
Hintergrund ist die Geldnot der Gemeinde, die für kommendes Jahr mit einem Defizit von rund zehn Millionen Euro plant. Angesichts der leeren Kasse hat Hemmingen eine Haushaltssperre verhängt. Sie gilt bis zunächst März, bis der Gemeinderat den Haushalt für 2026 absegnet. Die Kommune darf nun nur noch das Nötigste ausgeben. „Wenn es nicht gelingt, dass die Wirtschaft nach vier Jahren Rezession wieder anspringt und wir hoffentlich aufgrund unserer automobillastigen Wirtschaft hier in der Region Stuttgart den Umschwung schaffen, sieht es für unsere Gemeinde und den Kreis mehr als düster aus“, meinte Thomas Schäfer jüngst.
Er, der gebürtige Leonberger, der leidenschaftliche Posaunenspieler, Fahrradfahrer und Fußballfan, wird sich abgesehen davon in den nächsten Jahren stark der Ortsentwicklung widmen, der Umgestaltung des Bahnhofsareals, der Entwicklung des Baugebiets Schöckinger Weg – die allerdings gerade auf Eis liegt – aber auch der Entwicklung des Gewerbegebiets in Schwieberdingen, um die Steuereinnahmen zu erhöhen.