Millionen Menschen sind auf der Flucht aus dem Sudan. Das Leid ist unermesslich. Foto: AFP

Putins Gebaren im Sudan-Krieg zeigt einmal mehr, wie wenig ihn das Leben von Millionen Menschen schert, kommentiert Afrika-Korrespondent Christian Putsch.

Bis auf Russland stimmten alle Mitglieder des UN-Sicherheitsrates für einen Resolutionsentwurf, der einen Waffenstillstand im Sudan erreichen sollte, selbst China. Präsident Wladimir Putin aber stellte Machtkalkül über die Notversorgung von über 20 Millionen Sudanesen, die wegen anhaltender Kämpfe zwischen Sudans Armee und der Miliz RSF vielerorts unmöglich ist. Putin steht fester denn je an der Seite von Sudans Armee und torpediert schlicht jedes Schriftwerk, das die Generäle nicht als legitime Regierung bezeichnet.

 

Wie den Resolutionsentwurf. Dabei geht es ihm nicht nur um den Bau seiner Militärbasis am Roten Meer, die für den Westen am Rande der wichtigen Handelsroute inakzeptabel wäre. Putin geht es auch um Chaos in Europa. Drei Millionen Sudanesen mussten in oft fragile Nachbarstaaten fliehen. Ihnen fehlen zwar die Mittel, um über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Aber die Instabilität in der Region erleichtert Routen für Migration und Flucht, auch bewaffnete Gruppen und Islamisten werden gestärkt. Das alles lenkt vom Ukraine-Krieg ab. Und Putin schafft sich ganz nebenbei Verbündete, die ohne ihn gestürzt würden.