Der Außenminister kritisiert den Ausbau von Chinas Macht. Dem Recht der Stärkeren Einhalt zu gebieten ist richtig, kommentiert Christian Gottschalk. Nicht nur hier.
Japan hat jahrelang den Blues geblasen. Bis hinein in die 90er Jahre galt das Land als engster Freund des Westens in der Region. Dann bekamen Wirtschaft und Politik hierzulande glänzende Dollarzeichen in den Augen, wenn sie nach die China blickten. Japan versank in der gefühlten Bedeutungslosigkeit - und erlebt nun eine Art Wiederauferstehung. „Premiumpartner“ nennt Außenminister Johann Wadephul die Japaner, und findet zugleich deutliche Worte, um chinesische Bestrebungen zum Machtausbau in der Region zu kritisieren. Die einen freuts, die anderen schäumen.
Klare Worte
In der Tat ist China dabei, seine Dominanz im Pazifik auszubauen. Nicht so brutal wie Russland beim Krieg gegen die Ukraine, nicht so polternd wie der US-Präsident, der laut darüber nachdenkt, Grönland, Kanada und den Panamakanal irgendwie mit den Vereinigten Staaten zu vereinigen. China geht vorsichtiger voran, dafür beharrlich und stetig. Und zum Leidwesen von manch einem anderen Staat in der Region. So richtig es ist, den russischen Krieg zu ächten und die Trumpschen Ideen zu kritisieren, so richtig ist es anzuprangern, wenn im Pazifik ein Land über andere Länder dominieren will.
Gefährliche Dominanz
Auf der Welt dominiert derzeit an vielen Orten das Recht der Stärkeren. Eine halbwegs funktionierende internationale Ordnung kann aber nur dann Aufrecht erhalten werden, wenn sich alle Beteiligten an die internationalen Regeln halten. Dafür zu kämpfen ist mühsam, aber es lohnt.