Wachdienst patrouilliert länger Videokameras in allen S-Bahnen

Von Alexander Ikrat 

 Foto: Eppler
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Klimaanlagen, Informationen über Anschlusszüge und Videokameras in allen Zügen: Der 2,3 Milliarden Euro teure neue S-Bahn-Vertrag für die Jahre 2013 bis 2028 bringt dem Fahrgast Vorteile.

Stuttgart - Klimaanlagen, Informationen über Anschlusszüge und Videokameras in allen Zügen: Der 2,3 Milliarden Euro teure neue S-Bahn-Vertrag für die Jahre 2013 bis 2028 bringt dem Fahrgast Vorteile.

Bis Vertragsbeginn am 1. Juli 2013 muss die Bahn-Tochter DB Regio 83 neue Züge auf die Gleise der sechs S-Bahn-Linien setzen. Weitere 56 der aktuell modernen Variante ET 423 lässt sie aufrüsten. Die Investitionen betragen nach Angaben des Verbands Region Stuttgart rund 400 Millionen Euro.

Neuer Zugtyp: Das Konsortium Alstom/Bombardier entwickelt den neuen Typ ET 430. Bereits 2012 soll der erste durch die Region rollen, der klimatisiert und durchgängig begehbar ist, eine größere Knautschzone hat, schnittiger aussieht und in der Anfahrtsphase um sechs Dezibel leiser ist (künftig 76 dB) als der ET 423. Und es gibt noch mehr Verbesserungen:

Mehr Sicherheit: Es wird in jedem Kurzzug 16 Videokameras geben, die laut Verbandsdirektor Jürgen Wurmthaler den ganzen Fahrgastraum abdecken. Die Kameras zeichnen das Geschehen auf, das aber nicht live überwacht wird. Falls etwas passiert, können die Aufzeichnungen ausgewertet werden. Auch die "alten" Züge werden bis 2013 mit Kameras ausgestattet. Außerdem patrouilliert Sicherheitspersonal künftig 600 anstatt 60 Stunden pro Woche in allen Zügen.

Info über Anschlusszüge: In jedem Kurzzug - auch in den ET 423 - hängen künftig acht Bildschirme, von denen der Fahrgast Informationen über Anschlusszüge entnehmen kann. Sie zeigen die wirkliche Anschlusszeit, Verspätungen eingeschlossen, und nicht jene des Fahrplans. Auch Fernzüge werden angezeigt und - wenn die technischen Voraussetzungen bis dahin vorliegen - Stadtbahnen ebenfalls.

Mehr Qualität: Für ausgefallene Züge und Verspätungen ab zwei Minuten und 59 Sekunden zahlt die Bahn momentan etwa 300.000 Euro im Jahr an Strafen. Damit finanziert der Verband unter anderem die flexiblen Anzeigen an den Bahnsteigen. Die Strafen betragen künftig das Zweieinhalbfache, weshalb die Bahn laut Wurmthaler "ein sehr hohes Eigeninteresse hat, den Vertrag bestens zu erfüllen".

Besserer Preis: Obwohl noch die neuen Verbindungen auf der verlängerten S1 von Plochingen bis Kirchheim/Teck, die S60 Renningen-Böblingen sowie der Ringschluss zwischen Marbach (S4) und Backnang (S3) dazukommen und die innerhalb eines Jahres gefahrenen Kilometer von 8,7 auf 9,8 Millionen zunehmen, sinkt der Preis. Die Bahn bekommt laut Wurmthaler künftig 6,14 Euro pro Kilometer anstatt bisher 6,37. Wenn man das künftige Angebot zu heutigen Konditionen bezahlte, müsste der Verband etwa zwei Millionen Euro mehr hinblättern.

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