Mit einem massiven Sparprogramm will Deutschlands Industrie-Ikone wieder wettbewerbsfähig werden. Das Geld dafür soll auch aus den Portemonnaies der Führungskräfte kommen.
Insgesamt 15 Milliarden Euro pro Jahr will der Wolfsburger Volkswagen-Konzern mittelfristig einsparen – durch den Abbau und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ebenso wie durch Kürzungen bei den Jahresgehältern. Nun wurden Einzelheiten dazu bekannt, auf welche Weise das Management zu den Einsparungen beitragen soll. Zusätzlich zu den allgemeinen Einsparungen wird jeder Angehörige des Managements im kommenden Jahr auf acht Prozent seiner Gesamtvergütung verzichten müssen, die ihm für das laufende Geschäftsjahr zusteht. Dies geht aus internen Unterlagen zum Sparprogramm hervor, über die zuerst das Online-Wirtschaftsmedium „Business Insider“ berichtete.
Für das Management ist demnach ein Staffelplan vorgesehen, der über fünf Jahre hinweg jährliche Absenkungen der Jahresgesamtvergütung vorsieht. Für das Geschäftsjahr 2026 sind demnach ebenso wie für das laufende Jahr Einbußen von acht Prozent vorgesehen, für die drei folgenden Geschäftsjahre sind es dann 6,5 Prozent, 4,5 Prozent und 3,5 Prozent. Dabei ist die Gesamtjahresvergütung auch abhängig von dem Erreichen der Ziele. Insgesamt sollen die Führungskräfte 300 Millionen Euro zu den Einsparungen besteuern.
Zu den allgemeinen Kürzungen für alle Beschäftigten zählt die Aussetzung der Entgelterhöhung von 5,5 Prozent bis Ende 2030. Dieses Geld soll verwendet werden, um den Abbau von Arbeitsplätzen zu begleiten – etwa in Form von Angeboten zur Altersteilzeit oder für einen teilweisen Entgeltausgleich bei sinkenden Arbeitszeiten.
Gewinnbeteiligung wird zeitweise gestrichen
Auch die Ergebnisbeteiligung soll zeitweise ausgesetzt werden, und in den Jahren 2025 und 2026 soll sie ebenso wegfallen wie das bisher gezahlte zusätzliche Urlaubsgeld in Höhe von rund 1290 Euro. In den Jahren 2027 bis 2029 sollen die beiden Zahlungen dann in gestaffelter Form wieder eingeführt werden.
Auch die Zahlungen für langjährig Beschäftigte werden so gekürzt, dass die Einschnitte höher verdienende Beschäftigte überproportional treffen. Bisher wurde für 25-jährige Betriebszugehörigkeit eine Sonderzahlung von 1,45 Monatsgehältern geleistet, bei 35 Jahren noch einmal das Doppelte. Künftig wird es für 25 Jahre unabhängig von der Gehaltsklasse einmalig 6000 Euro geben, für 35 Jahre 12 000 Euro.
Kürzung für langjährig Beschäftigte
Wer mehr als 4200 Euro im Monat verdient, fährt mit dieser Pauschale schlechter als bisher – je höher das Einkommen, desto größer die Differenz. Wer dagegen darunter liegt, kann sich über eine etwas höhere Jubiläumsvergütung freuen.