Tickets für Stadtbahn und Co. sollen teurer werden Foto: dpa

Der Verkehrsverbund Stuttgart will zum 1. Januar 2016 wieder an der Preisschraube drehen: Rund 2,4 Prozent müssen Kunden dann wohl mehr zahlen. Der Aufschlag wird geringer als in den Vorjahren, weil es Entlastung bei den Spritkosten gibt.

Stuttgart - Auf die jährlich 357 Millionen Fahrgäste des Verkehrsverbundes Stuttgart (VVS) rollt der nächste Preisaufschlag zu. Die Verbundunternehmen wollen sich am 18. Mai im Tarifausschuss auf einen gemeinsamen Vorschlag für den VVS-Aufsichtsrat einigen. Er wird bei einer durchschnittlichen Erhöhung von 2,4, vielleicht auch bei 2,5 Prozent liegen, und damit niedriger sein als in den Vorjahren (zuletzt 2,9 Prozent).

Für die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), die deutlich mehr Zugkilometer als die ­S-Bahn fahren, wird ein Aufschlag von 2,4 Prozent nicht ausreichend sein. „Wir haben 2,9 Prozent Kostensteigerung gemeldet und kämpfen mit einem strukturellen Defizit, auch weil wir unser Schienennetz allein bezahlen müssen“, sagt Stefanie Haaks, Vorstand für den kaufmännischen SSB-Bereich. „Wir wissen aber, dass 2,9 Prozent am Markt nicht durchsetzbar sind“, so Haaks. Weil es im Busbetrieb durch fast zweistellig gesunkene Dieselpreise Entlastung gebe, werde der Aufschlag für den Kunden letztlich bei 2,4 oder 2,5 Prozent liegen.

Ob es mit der Preiserhöhung auch ein weiter verbessertes Angebot geben wird – 2015 wurde der Takt in den Abendstunden verdichtet –, ist noch ungewiss.

Die unterschiedlichen Kostenstrukturen der VVS-Betriebe werden bei der Einnahmezuteilung berücksichtigt. Ob diese noch fair sei, müsse alle paar Jahre überprüft werden, sagt Haaks. Sie sieht durch weitere Stadtbahnkäufe erhebliche Belastungen auf die SSB zukommen. Externe Berater suchten aktuell nach Einsparmöglichkeiten. Die Grünen-Fraktion im Stuttgarter Rathaus will über die Einnahmezuteilung sprechen. Die erheblichen Probleme der S-Bahn seien teils selbst gemacht und müssten für den Betreiber Bahn AG Konsequenzen haben.

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