Seit Mai 2023 bietet der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart einen abrufbaren Kleinbus in Leinfelden und Echterdingen an. Am Donnerstag wurde der zehntausendste Fahrgast begrüßt.
Einen Fahrplan gibt es ebenso wenig wie fixe Haltestellen. Wer innerhalb von Leinfelden und Echterdingen mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, dem bietet der so genannte VVS-Rider, ein Kleinbus mit neun Sitzen, eine Ergänzung zu den Linienbussen. Das Gefährt kann telefonisch oder per App angefordert werden. Der Fahrer nimmt Fahrgäste mit ähnlicher Route auf und bringt sie zu ihren Zielen. Am Donnerstag wurde der zehntausendste Fahrgast von Oberbürgermeister Otto Ruppaner, der Geschäftsführerin Birgit Stoib von der Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH (FMO) und dem VVS-Abteilungsleiter Planung, Thomas Knöller, begrüßt.
Carsten Ruick schätzt insbesondere die Flexibilität
Carsten Ruick nutzt das Angebot fast täglich. Von seiner Wohnung in Echterdingen pendelt er vor allem zwischen seiner Wohnung und der Haltestelle Stadionstraße, von wo es mit der U 6 weiter zu seinem Arbeitsplatz im Stuttgarter Zentrum geht. Er schätzt insbesondere die Flexibilität. „Wenn es möglich ist, nutze ich ihn“, sagt der 40-Jährige. Oft kann in den Rider nämlich ohne Wartezeit eingestiegen werden. Dass für das Angebot keine zusätzlichen Kosten zum normalen VVS-Tarif anfallen, ist ein weiterer Pluspunkt, findet Ruick.
Eingeführt wurde der VVS-Rider im vergangenen Jahr als Ersatz für die zuletzt nur noch schwach nachgefragte Linie 819. Betrieben wird das Angebot von der Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH (FMO). Das Anrufsammeltaxi fährt von Montag bis Freitag zwischen 5.30 und 19.30 Uhr. Samstag ist das Fahrzeug von 7.30 bis 19.30 Uhr im Einsatz. In beiden Teilorten gibt es ein dichtes Netz aus 800 virtuellen Haltepunkten, die meist an Kreuzungen, vor Geschäften oder an regulären Bushaltestellen liegen. Zum Ein- und Ausstieg müssen also stets nur wenige Schritte gemacht werden. Allerdings kann der Rider nur dann gebucht werden, wenn kein Linienbus zur gewünschten Zeit fährt.
Die Vorteile des „On-Demand-Angebots“ sind insbesondere die Flexibilität und Dynamik, mit welcher auf die Wünsche der Fahrgäste eingegangen werden kann. Die Kleinbusse sind immer häufiger in der Region Stuttgart zu finden. Im August wurde das Angebot im Landkreis Ludwigsburg (in Besigheim, Kirchheim am Neckar, Walheim, Gemmrigheim sowie in Bietigheim-Bissingen und Tamm) eingeführt. Im Landkreis Esslingen sollen ab Januar 2025 zwei Fahrzeuge im Spät- und Nachtverkehr fahren und das bestehende Angebot entlang des Albtraufs ergänzen. Da die Fahrzeuge nur bei tatsächlichem Bedarf unterwegs sind und ihre Routen dynamisch angepasst werden, werden unnötige Leerfahrten vermieden. Das schont die Umwelt und spart Kosten.
Der Rider in Leinfelden-Echterdingen hatte bei der Begrüßung von Carsten Ruick bereits 48 669 Kilometer zurückgelegt. Im Durchschnitt waren etwa zwei Fahrgäste pro Fahrt unterwegs. Die Geschäftsführerin der Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH (FMO), Birgit Stoib, wertet die Nutzung als Erfolg. „Die Fahrgastzahlen haben sich sehr gut entwickelt“, meint sie. Das freut auch den Oberbürgermeister Otto Ruppaner: „Wir sind sehr stolz darauf, dass der VVS-Rider in Leinfelden und Echterdingen so oft genutzt wurde.“
Ob es in der Stadt zukünftig einen zweiten Rider geben wird, mit welchem die weiteren Teilorte versorgt werden könnten, ist aber noch offen. „Wünsche aus der Bürgerschaft gibt es“, verriet Thomas Knöller, VVS-Abteilungsleiter Planung. Allein die Finanzierung eines zweiten Kleinbusses sei noch ungeklärt.