Die VVS-App kann künftig auch Verspätungen von Bussen in der Region anzeigen Foto: StN

Fast sieben Millionen Euro haben Land, VVS und regionale Busunternehmen dafür investiert, dass die Busse außerhalb der Landeshauptstadt künftig über Verspätungen informieren können. Bei S-Bahn und Stadtbahn gibt’s den Service schon länger.

Stuttgart - Die Fahrgäste von S-Bahn und Stadtbahn sind es seit Jahren gewohnt, dass auf Anzeigen an den Bahnsteigen und auf ihren Smartphones nicht nur angezeigt wird, wann der Zug abfahren soll, sondern auch, wann er es nun tatsächlich tut. Kurz: Die Information über Verspätungen wird angegeben. Dieser Service gilt künftig auch für die Kunden von rund 30 Busunternehmen in den VVS-Landkreisen Böblingen, Esslingen, Ludwigsburg und Rems-Murr – abgesehen von einigen Linien, die in den nächsten Wochen noch folgen.

Immerhin 6,7 Millionen Euro hat es alles in allem gekostet, beim Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) Computer für eine sogenannte Datendrehscheibe zu installieren, die Busse mit entsprechenden Bordcomputern und Bildschirmen für die Fahrgäste auszustatten, sowie die Rechner in den Büros der Busunternehmen aufzurüsten. Das haben Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und VVS-Geschäftsführer Horst Stammler am Donnerstag auf einer Pressekonferenz dargestellt. Knapp 2,3 Millionen Euro davon hat das Land auf den Tisch gelegt, zum Teil schon unter der CDU/FDP-Koalition.

Winfried Hermann ist es wichtig, dass die Verbreitung sogenannter Echtzeitinformationen auch im ganzen Land stattfindet. Dazu hat Grün-Rot die Förderung verändert, sagt Hermann: „In Zukunft kann jeder Landkreis Zuschüsse für ein solches System beantragen.“ Bisher mussten für entsprechende Modellprojekte spezielle Fördertöpfe aufgestellt werden. In Göppingen und Calw gibt es bereits Pläne.

Abgesehen von Computern und Smartphones, auf denen die Informationen etwa via VVS-App empfangen werden können, geht es auch um digitale Anzeigentafeln. Am Abgang zur S-Bahn am Hauptbahnhof etwa lesen Fußgänger schon in der Klett-Passage, ob ihr Zug pünktlich ist und sie ihren Schritt möglicherweise beschleunigen müssen. Ähnliche Tafeln gab es in der Region zuerst in Waiblingen, Leonberg, Korntal und Frickenhausen (Kreis Esslingen). Nach Angaben von VVS-Chef Stammler sind es rund 500 Tafeln, die in erster Linie an S-Bahn- und Stadtbahnhaltestellen stehen.

Nachdem nun auch die Busse Echtzeit-Infos lieferten, dürften in den Landkreisen einige dazukommen. „Wir gehen von weiteren 100 Anzeigetafeln aus“, sagt Stammler. Der Minister setzt allerdings noch auf weitere Investoren als die Städte und den Verband Region Stuttgart. „Ich erwarte, dass größere Unternehmen und Behörden das auch machen“, sagt Winfried Hermann.

Im Ausgangsbereich seines Ministeriums in der Hauptstätter Straße jedenfalls hängt ein Display, das die Abfahrtszeiten der Öffentlichen präsentiert. Stammler nennt das Beispiel Milaneo, wo es „sehr schöne Anzeigen“ gebe. Allerdings sind die Kosten für Anschaffung und Aufbau mit rund 10 000 Euro hoch – weshalb der VVS letztlich darauf setzt, dass die Fahrgäste sich zunehmend über ihre Taschencomputer informieren.

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