Auch wenn diese Saison störungsfrei verlief: Der Bund der Steuerzahler bemängelt die hohe Zahl der Becken-Schließtage, die das Bad seit seiner Eröffnung 2015 angesammelt hat.
Das Urteil ist eindeutig: „Das darf nicht passieren“, so der Steuerzahlerbund über die zahlreichen Schließtage im Herrenberger Naturfreibad. Zwar blickt das Freibad, das sein Wasser auf natürliche Weise filtert und ohne Chlor auskommt, auf eine störungsfreie Saison 2024. Doch die Jahre davor sah es anders aus. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2015 musste das Bad an mehr als 147 Tagen schließen, wie die Stadt auf Anfrage dem Bund der Steuerzahler (BdSt) mitteilte.
Der BdSt ist eine Verein, der seit 1973 ein sogenanntes Schwarzbuch veröffentlicht, in dem er Steuerverschwendungen anprangert. Nun hat es das Herrenberger Naturfreibad erwischt. „Dass ein für fast sechs Millionen Euro neu erbautes Bad teilweise jährlich an die 50 Becken-Schließtage aufweist, darf aus Sicht der Steuerzahler nicht passieren“, nennt der BdSt als Begründung. Die vielen Tage der Schließung des großen Hauptbeckens in den vergangenen Jahren dürften mit dazu beigetragen haben, dass die Bädersparte in Herrenberg regelmäßig ein defizitäres Jahresergebnis im siebenstelligen Bereich aufwies, heißt es im Bericht.
Herrenberg steuert dieses Jahr mit Task Force gegen
Die Gründe für die Schließungen waren Probleme mit der Wasserqualität: Mehrfach verursachten Pfützenkeime Ärger, anfangs offenbar auch aufgrund baulicher Mängel, die behoben werden mussten. Dann legten Teichhühner, die sich im Schilf neben dem Schwimmerbecken niedergelassen hatten und mit ihren Hinterlassenschaften das Wasser verunreinigten, den Badebetrieb lahm.
Die Stadt Herrenberg reagierte in diesem Jahr mit einer Task Force auf die Situation – offensichtlich mit Erfolg. Die Task Force erarbeite verschiedene Maßnahmen. Dazu gehörten reduzierte Öffnungszeiten am Vormittag, damit sich das Wasser regenerieren kann und Gitter über dem Schilf, damit sich die streng geschützten Teichhühner dort gar nicht erst niederlassen. Außerdem wurde beispielsweise das Schulschwimmen ins Hallenbad verlegt.
Zu den ergriffenen Maßnahmen schreibt der BdSt: „Man kann aus Sicht der Steuerzahler jetzt nur hoffen, dass im Herrenberger Naturfreibad die Probleme bei der Wasserqualität endlich gelöst sind und das Becken dauerhaft geöffnet bleiben kann.“ Eine Hoffnung, die sicher nicht nur Steuerzahler sondern alle Fans des Naturfreibads teilen.