Christoph Sonntag wehrt sich gegen die Vorwürfe, die ihm gemacht werden und sagt, sie seien nicht zutreffend. Foto: dpa

Christoph Sonntag wird unter anderem vorgeworfen, Fördergelder des Landes veruntreut zu haben. Jetzt prüfen Ermittler die Vorgänge.

Stuttgart - Die Untreue-Vorwürfe gegen den schwäbischen Kabarettisten Christoph Sonntag haben die Stuttgarter Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.

„Wir haben einen Prüfvorgang angelegt“, sagte der Sprecher der Behörde unserer Zeitung. Dabei handele es sich allerdings noch nicht um richtige Ermittlungen, betonte er. „Wir schauen uns den ganzen Vorgang an, um seriös einschätzen zu können, ob ein Ermittlungsverfahren einzuleiten ist oder ob das alles zwar vielleicht merkwürdig ist, aber keinen begründeten Anfangsverdacht auf eine Straftat rechtfertigt“, so der Sprecher.

Staatsanwalt liegt belastende E-Mail vor

Auslöser der Prüfung war nach Angaben des Sprechers ein Exklusivbericht unserer Zeitung: In der Samstagausgabe war enthüllt worden, dass Sonntags Noch-Ehefrau, die sich vor Monaten von ihm getrennt hat, sowie seine Schwiegermutter ihm die Veruntreuung von Landesfördergeldern vorwerfen. Den Ermittlern liegt darüber hinaus wohl eine Mail vor, in dem die Schwiegermutter und vor allem der Scheidungsanwalt der Noch-Ehefrau detaillierte Vorwürfe gegen den Kabarettisten erheben. Diese Mail war Ende Juni zunächst an Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) gegangen. Dem Vernehmen wurde sie vom Ministerium inzwischen an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet. Zudem haben die Anwälte der Noch-Ehefrau eine Zusammenfassung der strafrechtlich relevanten Vorwürfe in Form einer Strafanzeige angekündigt.

Sonntag wird unter anderem vorgeworfen, bei seinem Projekt „A-B-C-D-E-Mokratie neu buchstabiert!“ Fördergelder veruntreut zu haben. Er weist die Vorwürfe zurück, das Sozialministerium prüft „mögliche Ungereimtheiten“. Vorwürfe gibt es dabei auch gegen Sozialminister Lucha. Laut Sonntags Noch-Ehefrau ist er dem Kabarettisten „freundschaftlich verbunden“ und hat sich daher selbst dann noch für die Förderung des Sonntag-Projektes stark gemacht, als verwaltungsintern Zweifel an der korrekten Verwendung der Mittel aufgekommen seien.

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