Intendant Lucas Reuter und sein Team starten mit rund 90 Vorstellungen in die Festspielsaison 2026. Foto: Werner Kuhnle

Kunst müsse Brücken schlagen, sagt der Intendant Lucas Reuter, und setzt auf europäische Kooperationen. Auch das Monrepos Open Air wird es in neuer Form wieder geben.

Gute Nachrichten für alle Fans des Monrepos Open Air: Nachdem Lucas Reuter, der Intendant der Ludwigsburger Schlossfestspiele, wegen des kurzfristigen Feuerwerksverbots im vergangenen Jahr schon das Abschiedslied auf die Veranstaltung gesungen hatte, ließ er sich wegen der Beliebtheit des besonderen Spielortes doch wieder umstimmen.

 

„Ab 2026 wird es dort drei große, künstlerisch hochkarätige Orchesterkonzerte geben – mit einer Lichtinszenierung statt des Feuerwerks“, sagte Reuter am Donnerstag bei der Vorstellung des kompletten Festspielprogramms im kommenden Jahr. Der Abend des 17. Juli wird am Monrepos zu einer französischen Nacht, am 18. Juli steht „Beethoven pur“ auf dem Programm und am 19. Juli die „Schönheit der Natur“ im Mittelpunkt.

Insgesamt sei das Volumen mit fast 90 Vorstellungen und 63 verschiedenen Produktionen im kommenden Jahr zwischen dem 12. Juni und dem 15. August gewaltig, so Reuter weiter. Möglich ist das nicht nur dank der kürzlich zugesicherten Bundesförderung von einer Viertelmillion Euro, sondern auch dank zahlreicher Unterstützer und Sponsoren sowie der finanziellen Unterstützung der Stadt Ludwigsburg und des Landes – die Schlossfestspiele sind zugleich die Internationalen Festspiele Baden-Württembergs.

Kooperationen mit europäischen Orchestern und Ballette

Diese Internationalität will man ab der kommenden Saison noch weiter ausbauen. Etliche Produktionen sind Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen anderer europäischer Länder. So kommen beispielsweise für den Schwerpunkt Oper mit Werken von Verdi, Händel, Haydn, Jomelli, Gluck und Carl Maria von Weber zwei französische Orchester nach Ludwigsburg, die Musiciens de Louvre und das Orchester der Opéra Royal du Château de Versailles. Kammerorchester kommen aus der Schweiz und Italien, im Bereich Tanz sind das spanische Nationalballett, das Ballett von Monte Carlo und die italienischen Fassadentänzer von „Il Posto“ vertreten.

Letztere treten an einem neuen Festspielort und in einem neuen Format auf: Im Innenhof des Kunstzentrums Karlskaserne stehen zwei Festspielnächte auf dem Programm – mit Weltmusik und Tanz, Lichtinszenierungen, Gastro-Angeboten und Lounges.

Fassadentänzer und Musik im Park

Auch die Stadtkirche, die im kommenden Jahr ihren 300. Geburtstag feiert, wird in die Schlossfestspiele mit einbezogen: Die italienischen Fassadentänzer werden ihre Kunst an den beiden Kirchtürmen zeigen. Die Veranstaltung ist – wie auch die fünf Konzerte der „Musik im Park“-Reihe im Favoritepark und am Monrepos – kostenlos.

Wie im Vorjahr wird es außer den Schwerpunkten Orchester, Oper, Tanz, Klavier, Open Air, Kammermusik, junge Talente und Preisträger auch wieder einen Ausflug in die Bildende Kunst geben. In der alten Porzellanmanufaktur werden Werke des Malers Hann Trier zu sehen sein.

Werke bekannter Komponisten

Musikalisch stehen Werke bekannter Komponisten auf dem Programm. Zur Eröffnung, die sich im kommenden Jahr über drei Tage erstreckt, spielt der junge Pianist Vsevolod Zavidov am 12. Juni Werke von Rachmaninow und Schubert, am 13. Juni wird Händels Oper „Orlando“ im Schlosstheater aufgeführt und am 14. Juni Verdis „Nabucco“ – mit einem der aktuell besten Verdi-Interpreten, dem Bariton Luca Salsi. Ungewöhnlich: der Brasilianer Bruno de Sá, der in Händels Oper „Aminta e Fillide“ auftritt – er singt Sopran, ohne dafür die Kopfstimme zu gebrauchen.

Auch der musikalische Nachwuchs soll von den Schlossfestspielen profitieren. So gibt es erstmals ein Programm für Kinder: Das musikalische Figurentheater „Emil und Emily“ der Puppenphilharmonie Berlin gastiert vom 16. bis 18. Juni im Gewölbekeller des Grävenitzpalais und will Neulingen den Charme der Barockmusik näherbringen. Junge Musiker wiederum spielen beim Festspielfinale am 5. August eine wichtige Rolle: Das European Union Youth Orchestra tritt zusammen mit der Geigerin Maria Dueñas auf.

Wie schon in diesem Jahr wird es 2026 wieder eine Festspiel-Prélude geben: Am 7. Juni sind entlang des Neckars kostenlose Konzerte zu hören, die sich individuell mit dem Fahrrad erschließen lassen. Und das Angebot für Festspielgäste in Ausbildung – 15 Euro je Veranstaltung – wird um ein Kombiticket für 50 Euro erweitert. Damit kann man, sofern es noch freie Plätze gibt, alle Veranstaltungen besuchen.