In der Vortragsreihe zum Dagersheimer Ortsjubiläum steht an diesem Freitag, 6. Juni, um 19 Uhr in der Zehntscheune der Bauernkrieg vor 500 Jahren im Mittelpunkt.
Vor 500 Jahren tobte der Bauernkrieg im Südwesten, viele Orte im heutigen Kreis Böblingen waren damals involviert. Selbst im kleinen Dagersheim hieß es : „Uffrur“! Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen zu „950 Jahre Dagersheim“ findet am Freitag, 6. Juni, um 19 Uhr der fünfte historische Vortrag in der Zehntscheune statt. Der Eintritt ist frei, es bedarf zudem keiner Voranmeldung.
Die Leiterin des Bauernkriegsmuseum in Böblingen, Lea Wegner, nimmt die Menschen und ihr Zutun zum Bauernkrieg vor Ort genau unter die Lupe und spricht unter dem Titel „Dagersheim(er) im Aufstand! Der Bauernkrieg 1525 in der Region“. Zum Beispiel wird Wegner vom Wirken des Dagersheimer Hauptmanns Leonhard Schwarz berichten – mitnichten ein „dummer Bauer“, wie wohl manch herrschaftliche Darstellung die Menschen glauben machen wollte.
Der Vortrag ist der fünfte einer achtteiligen historischen Reihe, mit der Historikerinnen, Archivare und ein Archäologe einen Einblick in die vielfältige Geschichte Dagersheims geben. „Ziel ist es, der Dagersheimer Bürgerschaft und allen anderen Interessierten einen lebendigen Einblick in die Historie zu bieten“, schreibt die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung. Die Themen erarbeiteten das Team von Bezirksamt, Stadtarchiv mit den vielen Beteiligten in den öffentlichen Planungsrunden. Sie reichen von der Gründungszeit Dagersheims über die Kirchengeschichte und den Bauernkrieg bis hin zum Nationalsozialismus.
„ In diesem Jahr feiern wir nicht nur 950 Jahre Dagersheim, sondern erinnern auch an ein bedeutendes Ereignis, das vor genau 500 Jahren die gesamte Region erfasste: den Deutschen Bauernkrieg von 1525“, sagt Ortsvorsteher Hendrik Queck. „Auch in Dagersheim regte sich damals Widerstand. Diese Verbindung zweier historischer Jahrestage führt uns eindrücklich vor Augen, wie tief die Spuren der Vergangenheit in unserem Ort verwurzelt sind.“
Als Örtlichkeit für die über das ganze Jahr verteilten Veranstaltungen wurde die geschichtsträchtige Zehntscheune Dagersheim ausgewählt. Zwei der acht Veranstaltungen fanden außerdem bereits in der im Mittelalter errichteten evangelischen Kirche Dagersheim statt.
Die weiteren drei Vorträge in diesem Jahr finden am 28. September (Flurnamen in Dagersheim als Spiegel der Ortsgeschichte), am 17. Oktober (Aus Dagersheim in die Welt. Auswanderung in Krisenzeiten der Frühen Neuzeit) und am 10. November (Unterm Hakenkreuz. Dagersheim 1933-1945) statt.