Hauptfriedhof Cannstatt, Ziegelbrennerstraße. Foto: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ)

Am Donnerstag, 10. November, hält Ulrich Knufinke von der Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa der Technischen Universität Braunschweig einen Vortrag im Stadtarchiv Stuttgart.

Bad Cannstatt - Im Rahmen der jüdischen Kulturwochen lädt das Stadtarchiv Stuttgart, Bellingweg 21, am Donnerstag, 10. November, 18.30 Uhr, zu einem Vortrag ein. Privatdozent Ulrich Knufinke spricht über das Thema „Selbstbehauptung in der Verfolgung. Bauwerke auf jüdischen Friedhöfen in der Zeit des Nationalsozialismus“.

Auf dem jüdischen Friedhof an der Ziegelbrennerstraße in Bad Cannstatt befindet sich das möglicherweise letzte größere Bauwerk mit ritueller Bestimmung, das eine jüdische Gemeinde in der Zeit des Nationalsozialismus errichten lassen konnte: Eine Trauerhalle mit allen für den jüdischen Bestattungsritus nötigen Räumlichkeiten. Die Halle wurde 1938 eingeweiht. Ulrich Knufinkes Vortrag ordnet die diversen Entwürfe für die Bad Cannstatter Trauerhalle und den schließlich realisierten Bau in die Architekturgeschichte der jüdischen Friedhofsbauten ein, die von einfachen Gebäuden für die rituelle Leichenwaschung des 17. und 18. Jahrhunderts bis zu repräsentativen Anlagen des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts reicht.

Privatdozent Dr.-Ing. Ulrich Knufinke arbeitet zur Zeit an der Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa der Technischen Universität Braunschweig. Außerdem ist er freiberuflich als Autor und Kurator kulturwissenschaftlich-historischer Ausstellungen tätig.