Der Wirkstoff Glyphosat ist weltweit umstritten. Foto: dpa

Wer auf Glyphosat und andere Pestizide verzichtet, solle keine Pacht an die Stadt Waiblingen mehr zahlen müssen, hat ein Stadtrat vorgeschlagen. Die Idee stieß auf Zustimmung – warum sie dennoch keine Mehrheit fand:

Waiblingen - Wer verzichtet, wird belohnt – das ist der Vorschlag des Waiblinger SPD-Gemeinderats Urs Abelein dazu, wie sich die Anwendung von Pflanzengiften in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) reduzieren ließe. Er hat vorgeschlagen, dass die Stadt jenen Landwirten die Pachtgebühren erlässt, welche städtische Flächen ohne den Einsatz von Pestiziden wie Glyphosat bewirtschaften. Das weltweit meistverkaufte Spritzmittel steht im Verdacht, Krebs auszulösen und für das Insektensterben mitverantwortlich zu sein. Dennoch darf es bis auf weiteres verwendet werden.

Am Ende findet der Vorschlag keine Mehrheit im Gemeinderat

„Ein Erlass der Pachtgebühren wäre eine gute Möglichkeit, die Landwirte zu unterstützen, die auf Pestizide verzichten“, argumentiert Abelein, dessen Anregung im Gemeinderat einige Zustimmung fand. Der Oberbürgermeister Andreas Hesky lehnte den Vorstoß im Namen der Verwaltung aber ab, weil die Kontrolle „fachlich und personell“ nicht möglich sei, daher müssten Dritte beauftragt werden, was viel Geld koste.

Urs Abelein wollte das Kontrollproblem so nicht gelten lassen: „Wenn jemand seine Apfelernte für den Waiblinger Apfelsaft als Bioware abgibt, vertraut man ihm gegen Unterschrift. Das könnten wir hier doch auch so halten.“

Landwirte wollen über das Thema diskutieren

Volker Escher, der selbst Landwirt ist, sagte: „Dieser Antrag hat Charme“, er sah aber ebenfalls eine Schwierigkeit in der Überprüfung der Bauern – ganz im Gegenteil zu Julia Goll (FDP), die argumentierte, auch andere Dinge würden in der Stadt nicht kontrolliert und funktionierten dennoch. David Krammer von der Bürgerliste Bittenfeld plädierte dafür, das zu tun, was möglich sei, um dem Insektensterben entgegen zu treten: „Der ein oder andere Landwirt macht sicher mit.“

Urs Abeleins Antrag fand schließlich keine Mehrheit – mit 16 zu 16 Stimmen wurde er abgelehnt. Immerhin bot Volker Escher an, das Thema bei der nächsten Versammlung der Waiblinger Landwirte zur Diskussion zu stellen.

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