Mit dem bestätigten Präsidenten Dietmar Allgaier spricht beim Bundesligisten viel für die Vertragsverlängerung des Vorstandschefs – ein Selbstläufer ist die Einigung aber nicht.
Alexander Wehrle hat seine eigene Zukunft beim VfB Stuttgart bislang in den Hintergrund gerückt. Es gab Wichtigeres zu tun. Die Vertragsverlängerungen mit Trainer Sebastian Hoeneß oder Nationalspieler Angelo Stiller zum Beispiel. Zudem wollte der Vorstandsvorsitzende des Fußball-Bundesligisten abwarten, welche Konstellation sich nach der Mitgliederversammlung an der Vereinsspitze ergibt. Denn diese wirkt sich auf den Aufsichtsrat der VfB AG aus. Und auch hier herrscht Klarheit: Dietmar Allgaier ist als Präsident eindeutig bestätigt worden, Andreas Grupp und Stefan Jung vervollständigen das Präsidium.
Als Aufsichtsratsvorsitzender geht Allgaier nun die konkreten Gespräche mit Wehrle an. Dessen Arbeitspapier läuft bis 2026 – und eine Verlängerung soll in den nächsten Wochen fixiert werden. „Nachdem das neue Präsidium jetzt feststeht, werden wir im Aufsichtsrat zeitnah auch über die weitere Zusammenarbeit mit Alexander Wehrle reden. Wir schätzen seine Arbeit und werden demnächst in die Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung gehen“, sagt der VfB-Präsident. Mit Wehrle hat sich der Ludwigsburger Landrat zuletzt immer wieder ausgetauscht, um die Lage auszuloten und die Weichen zu stellen. Zwischenmenschlich und inhaltlich passt es.
Vieles spricht also für eine Fortsetzung. Ein Selbstläufer ist das künftige Engagement aber nicht, da Wehrle seine Vorstellungen weiter mit dem Aufsichtsrat diskutieren will, um sie dann mit seiner Lebensplanung abzugleichen. Der 50-Jährige brennt zwar für seinen Heimatverein, hat aber klare Ziele für den VfB formuliert. Diese hat er dem Kontrollgremium im Strategiepapier 2030 aufgezeigt. 14 Themenfelder umfasst es, und für Wehrle stehen die sportlichen Ambitionen, das stabile Finanzfundament, die zu modernisierende Infrastruktur, die digitale Transformation sowie die Nahbarkeit des VfB (Stichwort Museum) im Vordergrund.
Langzeitprojekte sind das, die sich am besten umsetzen lassen, wenn sich sportlicher Erfolg einstellt. Dafür wurde der Vertrag mit Hoeneß vorzeitig bis 2028 verlängert. Ein großer Baustein für Wehrle, da nun Planungssicherheit an dieser entscheidenden Personalstelle herrscht. Trotz des Werbens von RB Leipzig um den Chefcoach. Andersherum ist es jedoch auch so, dass der Vorstandschef zu Hoeneß’ Vertrauenspersonen im Club zählt. Mit ihm und dem Sportvorstand Fabian Wohlgemuth will der Fußballlehrer weiter eine VfB-Mannschaft formen, die sich in der nationalen Spitze etabliert und international auftritt.
Das alles kostet die Stuttgarter viel Geld – und muss vom Aufsichtsrat mitgetragen werden. Unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung des VfB sind dabei nicht aufgetaucht. Jetzt geht es in den Verhandlungen mit Wehrle aber noch um wichtige Punkte, ehe vollends Einigkeit hergestellt werden kann: Gehalt und Vertragsdauer. Der Vorstandschef hatte laut dem Ex-Präsidenten Claus Vogt auf Geld verzichtet, als er 2022 vom 1. FC Köln zum VfB kam. Nun dürfte es eine Aufbesserung geben.