Von Links: Neuer Trainer bei Frisch Auf: Magnus Andersson, Ohne Erstligaerfahrung: Bietigheims Trainer Hartmut Mayerhoffer, Trainer und Gymnasiallehrer: Balingens Markus Gaugisch Foto: Pressefoto Baumann /Montage StN

Mit Frisch Auf Göppingen, der SG BBM Bietigheim und HBW Balingen-Weilstetten sind drei Vereine aus Württemberg in der Handball-Bundesliga vertreten. Die Vorzeichen vor dem Start sind für die drei ganz unterschiedlich.

Stuttgart -  Mit Frisch Auf Göppingen, der SG BBM Bietigheim und HBW Balingen-Weilstetten sind drei Vereine aus Württemberg in der Handball-Bundesliga vertreten. Die Vorzeichen vor dem Start sind für die drei ganz unterschiedlich.

Frisch Auf Göppingen

Team: Das Gesicht der Mannschaft leidet immer noch unter den personellen Fehlplanungen der Vergangenheit. Frisch Auf hat drei Kreisläufer unter Vertrag, aber im Rückraum darf sich keiner verletzen, sonst bricht der Notstand aus. Zumal Michael „Mimi“ Kraus auf Eis liegt. Der Spielmacher wurde am 21. Juli von der Anti-Doping-Kommission des Deutschen Handballbundes (DHB) suspendiert. Wie lange er wegen der Meldepflicht- und Kontrollverstöße gesperrt wird, entscheidet sich nach einer mündlichen Verhandlung am 27. August in Hamburg. Doch es gibt auch positive Aspekte: Im rechten Rückraum wird Frisch Auf durch den Zugang des französischen Europameisters Kevynn Nyokas (Chambéry Savoie HB) deutlich stärker besetzt sein. Rückraum-Allrounder Zarko Sesum (Rhein-Neckar Löwen) bringt viel Erfahrung mit und soll diese auch als Abwehrchef einer aggressiven 6-0-Deckung einbringen. Rechtsaußen Anton Halen (HK Drott Halmstad) bestach in der Vorbereitung vor allem durch seine Treffsicherheit bei Tempogegenstößen.

Trainer: Auf Magnus Andersson (48) ruhen die größten Hoffnungen. „Er bringt viel frischen Wind rein“, sagt Geschäftsführer Gerd Hofele. Nach knapp zehn Jahren unter der Regie von Velimir Petkovic verspricht er sich vom ehemaligen schwedischen Weltklasse-Spielmacher attraktivere und erfolgreichere Spiele. Deutlich höhere Anteile an der Trainingsgestaltung bekommt unter Andersson Athletiktrainer Dieter Bubeck.

Saisonziel: Mittelfristig will Andersson unter die Top Sechs. Doch nach Platz zwölf im Vorjahr nimmt Frisch Auf mit einem 4,7-Millionen-Euro-Etat (knapp 3300 Dauerkarten wurden verkauft) einen Platz unter den ersten zehn in Angriff.

Prognose: Neuer Trainer, ein Riesen-Fragezeichen um Mimi Kraus. Frisch Auf gleicht einer Wundertüte. Nur wenn mit Hilfe eines guten Starts an diesem Samstag (20.15 Uhr/EWS-Arena) gegen DHB-Pokalsieger Füchse Berlin schnell Ruhe einkehrt, wird es eine bessere Platzierung geben als im Vorjahr.

SG BBM Bietigheim

Team: Der größte Trumpf der Mannschaft ist ihre Ausgeglichenheit. „Der Gegner kann sich nicht auf einzelne Spieler von uns konzentrieren, dadurch sind wir schwer auszurechnen“, sagt Trainer Hartmut Mayerhoffer. Vier Neuzugänge ergänzen das SG-Team sinnvoll. Einer davon ist Julius Emrich. Er bringt Champions-League-Erfahrung von den Kadetten Schaffhausen mit. Der Sohn von Ex-Bundestrainer Armin Emrich spielt in der Abwehr eine wichtige Rolle und strahlt vorne am Kreis Torgefahr aus. Nachverpflichtungen sind keine geplant. Mayerhoffer: „Die Planungen sind abgeschlossen.“

Trainer: Hartmut Mayerhoffer (45) besitzt wie die meisten seiner Spieler keine Erstligaerfahrung. Doch der Mann mit den rumänischen Wurzeln ist ein akribisch arbeitender Fachmann und guter Motivator, der Trends in seiner Sportart frühzeitig erkennt. Erfolge sind ihm nicht fremd: Den TSV Friedberg führte er zur Drittliga-Meisterschaft, die SG in seinem ersten Jahr gleich in die Bundesliga.

Saisonziel: Mit einem Etat von rund 1,5 Millionen Euro steht Bietigheim am Ende der Etat-Tabelle. Logisch, dass es vor dem Start an diesem Samstag (19 Uhr) beim Bergischen HC nur ein Ziel gibt: drinbleiben. „Aber das wollen wir auch schaffen“, betont Mayerhoffer. Für das erste Heimspiel am 27. August (20.15 Uhr) in der EgeTrans-Arena gegen die Rhein-Neckar Löwen sind bereits knapp 3000 Tickets verkauft.

Prognose: Die SG wird vom Großteil der Konkurrenz als Punktelieferant eingestuft – in der Außenseiterrolle liegt auch eine Chance. Zudem kann die Aufstiegseuphorie Berge versetzen. Bei vier Absteigern wird es dennoch nicht zum Klassenverbleib reichen.

HBW Balingen-Weilstetten

Team: Die „Gallier von der Alb“ setzen mit ihrem 2,5-Millionen-Euro-Etat wieder verstärkt auf hungrige Spieler, die die HBW-Tugenden verkörpern. „Meine Spieler sind gierig und geil auf die Bundesliga“, sagt Trainer Markus Gaugisch. Das größte Fragezeichen steht hinter dem neuen Torwart-Duo: Radivoje Ristanovic (RK Partizan Belgrad) und Matej Asanin (Ademar Leon) kennen die Liga nicht und fehlten zudem zuletzt verletzungsbedingt. Beim Start am kommenden Dienstag (20.15 Uhr) bei der MT Melsungen soll zumindest Ristanovic spielen können.

Trainer: Markus Gaugisch (40) hat im vergangenen halben Jahr weiter dazugelernt. Als einziger Coach der Liga setzt er weiter auf das offensive 3-2-1-Abwehrsystem. „Das ist für den Gegner unbequem, er muss sich richtig gut auf uns vorbereiten“, sagt Gaugisch, der als Gymnasiallehrer in Dußlingen weiter siebeneinhalb Stunden in der Woche Deutsch und Sport unterrichtet.

Saisonziel: Vor der vergangenen Saison hatte Geschäftsführer Bernd Karrer mit der Aussage „Wir haben das beste Team aller Zeiten“ die Latte hochgelegt. Daraus hat man die Lehren gezogen. Von nichts anderem als dem Klassenverbleib ist die Rede.

Prognose: Die Erfahrung im Kampf gegen den Abstieg ist ein Vorteil, vor allem in den Duellen gegen Neulinge. Dennoch muss alles passen, damit der HBW in der Liga bleibt.

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