Im Zentrum von Freiberg entsteht eine neue Schule, daneben könnte irgendwann die Autobahn überdeckelt werden. Foto: Werner /Kuhnle

Die Stadt treibt das Projekt, die Autobahn verschwinden zu lassen, weiter voran. Die Idee ist jetzt Teil des sogenannten IBA-Netz-27. Wie realistisch das Vorhaben ist, wird sich bis zum Sommer zeigen, dann ist die Machbarkeitsstudie fertig.

Freiberg am Neckar - Das Projekt würde das Stadtbild von Freiberg am Neckar (Kreis Ludwigsburg) komplett verändern. Die Stadt würde gerne einen rund 400 Meter langen Autobahnabschnitt, der den Stadtteil Geisingen und das Freiberger Zentrum voneinander trennt, überdeckeln und mit Wohnungen und Büros bebauen. Bis es soweit sein könnte, ist es ein weiter Weg. Ob der Deckel jemals kommt, ist längst keine beschlossene Sache, aber die Verantwortlichen spinnen die Idee weiter.

Vor Kurzem ist das Vorhaben von der Internationalen Bauausstellung Stadt Region Stuttgart 2027 in das sogenannte IBA-27-Netz aufgenommen worden. Damit sprechen ihm die Verantwortlichen der Bauausstellung das Potenzial zu, bis in sieben Jahren so weit zu sein, dass es als Teil der Ausstellung gezeigt werden kann. Einen Namen hat das Projekt nun auch: „Freiraum für Freiberg“.

Studie soll bis Sommer da sein

Im IBA-Netz sind alle möglichen Teilnehmer der Schau im Jahr 2027 zusammengeschlossen. Sie können sich untereinander – aber auch mit Fachforen und Wissenschaftler – austauschen und ihre Ideen so weiterentwickeln. Eine finanzielle Förderung ist damit aber nicht verbunden. Wie realistisch der Autobahndeckel in Freiberg tatsächlich ist, wird sich bis Mitte des Jahres zeigen. Zwischen April und Juni will die Stadt eine Machbarkeitsstudie vorstellen. Rund 100 000 Euro hatte sie dafür selbst aufgebracht, das Land hatte noch mal 55 000 Euro zugeschossen.

Lesen Sie hier: Die Autobahn bei Freiberg am Neckar soll verschwinden

„Wir würden uns aber schon noch ein bisschen mehr Unterstützung von den übergeordneten Behörden wünschen“, sagt Bürgermeister Dirk Schaible (Freie Wähler). Denn viel schwieriger als die Finanzierung ist es aus seiner Sicht, das Land zu überzeugen. Als man einen ersten Plan im Verkehrsministerium vorgestellt hat, seien schnell große Bedenken geäußert worden, so Schaible.

Zentrum bleibt über Jahre Baustelle

Bisher ist geplant, die A 81 mit mehreren Segmenten zu überbauen. Sie sollen in hybrider Leichtbauweise entstehen. „Bis 2027 werden wir den kompletten Deckel aber nicht hinbekommen“, sagt Schaible. Er träumt davon, dass bis zum Ende der Internationalen Bauausstellung eines der Deckelsegmente fertiggebaut wird. „Wir wollen die Fragen zumindest so weit klären, dass der Bund dann nur noch sagen muss: ‚Ihr dürft loslegen’“, so Schaible.

Auch ohne den Deckel wird das Stadtzentrum von Freiberg bis voraussichtlich im Jahr 2030 eine riesige Baustelle sein. Zurzeit wird die Oscar-Paret-Schule neu gebaut. Wenn die Gebäude stehen, wird die alte Schule abgerissen und ein Teil des Zentrums neu gestaltet.

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