Im Moment deutet nichts auf Schnee hin, so Clemens Steiner, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Allerdings wird es ab Mitte nächster Woche wieder kälter. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die warmen Temperaturen, die bis Sonntag anhalten, führen zu erhöhter Feinstaubbelastung und beeinträchtigen vor allem Menschen mit Asthma.

Stuttgart - Bis zum Wochenende ist kein schlechtes Wetter in Sicht. „Im Straßencafé an geschützten Ecken kann sich die Temperatur sogar wie 20 Grad anfühlen“, sagt Michael Gutwein, Phänologe des Deutschen Wetterdienstes. Auch Pflanzen reagieren auf die Wärme. So blühen bereits Haselnuss und Schwarzerle. Doch die Pollen der Blütenstände beeinträchtigen Allergiker, erläutert Gutwein. Heuschnupfen durch Gräser sei aber nicht zu befürchten. Die pollenreichsten Monate beginnen erst ab Mitte April bis Ende Mai.

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Andere Pflanzen wie Krokusse sind auch schon zu sehen. „An so einem schönen Wetter neigen viele Menschen dazu, die Gärtnereien zu stürmen, um Pflanzen für ihre Beete zu kaufen“, sagt Gutwein und fügt hinzu, dass man sich wegen ein paar Tagen Sonne nicht täuschen lassen sollte. Denn bis zu den Eisheiligen ab 11. Mai kann es nachts zu Frost kommen. Im Moment deute zwar nichts auf Schnee hin, aber seit den 1980er Jahren sei es im Februar kälter als im Januar, erläutert der Phänologe. Bereits Mitte nächster Woche sinken die Temperaturen wieder und es wird wolkiger.

Feinstaubwerte steigen

„Trotzdem können wir die kommenden Tage zu einem Vorfrühling erklären, der den Winter aber noch nicht vollständig beerdigt hat“, sagt Clemens Steiner, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Stuttgart. Bis zu 13 Grad warm soll es in Stuttgart werden. Allerdings wird die Nacht mit Minus Eins bis Minus Fünf Grad frostig.

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Wärmer ist es hingegen in den Höhenlagen im Schwarzwald und in der Alb mit Temperaturen zwischen Plus Zwei und Drei Grad. „Gut lässt sich das als Inversionswetterlage beschreiben“, erläutert Steiner. Die warme, trockene Luft befindet sich oben, die kalte unten in Stuttgart.

Da wenig Wind vorhergesagt ist und die Sonnenstrahlen nicht ausreichen, die Luft tagsüber aufzuheizen, kann sich diese nicht mit der warmen Luft austauschen. Somit bleiben die Stickstoffoxide erhalten und der Feinstaub steigt an. Menschen mit Asthma sind in diesen Tagen daher besonders gefährdet. Genauso können, so Gutwein, Migräneanfälle steigen.

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