Nach dem Vorfall kam es in Columbus zu größeren Demonstrationen. Foto: AFP/Stephen Zenner

Im Bundesstaat Ohio ist am Dienstag ein 16-jährige Afroamerikanerin von der Polizei erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich kurz vor dem Schuldspruch im Fall George Floyd. Es kam zu Demonstrationen.

Atlanta - In den USA ist es nur kurz vor dem Schuldspruch im Fall George Floyd erneut zu einem tödlichen Polizeieinsatz gegen eine Afroamerikanerin gekommen. Bei dem Vorfall in Columbus im Bundesstaat Ohio am Dienstag sei eine 16-Jährige von der Polizei erschossen worden, teilten die Behörden und die Familie des Opfers mit. Der Zeitung „Columbus Dispatch“ zufolge wurden die Beamten mit einem Notruf alarmiert wegen einer Bedrohung durch eine Verdächtige, die mit einem Messer bewaffnet gewesen sei. Eine Tante des Opfers habe dem Blatt gesagt, dass das erschossene Mädchen in einer Pflegeunterkunft gelebt habe und dort mit jemandem in Streit geraten sei. Das Mädchen habe ein Messer gehabt, es aber fallengelassen, bevor es mehrfach von einem Polizisten angeschossen worden sei.

Bürgermeister bittet, Ruhe zu bewahren

Bürgermeister Andrew Ginther teilte auf Twitter mit, dass eine Untersuchung eingeleitet worden sei. Die beteiligten Polizeibeamten hätten Kameras am Körper getragen. Die Ermittlungsbehörden würden Informationen zu dem Fall vorlegen, sobald sie verfügbar seien. Er bat die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren. Der Zeitung zufolge kam es aber bereits in der Nähe des Tatorts zu Protesten.

Im Fall Floyd hatten die Geschworenen in Minneapolis im Bundesstaat Minnesota den angeklagten weißen Ex-Polizisten unter anderem des Mordes schuldig gesprochen. Das Strafmaß wird getrennt festgelegt. Der Fall hatte in den USA Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst, von denen einige in Gewalt umschlugen. Der Vorfall reihte sich ein in eine Serie von tödlichen Übergriffen weißer Polizisten auf Schwarze, die zur Bewegung Black Lives Matter führten.

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