Zwei Mal innerhalb kurzer Zeit werden Vorkommnissen nach VfB-Heimspielen im Raum Esslingen gemeldet. Die Polizei und der Bundesligist nehmen dazu Stellung.
Unerwünschte Nebenwirkungen eines Fußballspiels des VfB Stuttgart: Am Dienstagabend sollen laut Polizei Fans der Gastmannschaft von Eintracht Frankfurt auf dem Parkplatz beim Bahnhof in Oberesslingen in der Ulmer Straße von einer bis zu 40-köpfigen Personengruppe angegriffen und verletzt worden sein. Es wäre nicht der erste Vorfall dieser Art im Raum Esslingen.
Beim Bundesligaspiel des VfB Stuttgart gegen den FC Bayern München Anfang Dezember vergangenen Jahres hatten die Schwaben mit 0:5 verloren. Ein solches Ergebnis kann VfB-Fans frustrieren. Doch Unmut und andere Emotionen drückten sich auch auf für den Sport wenig zuträgliche Art aus: Wie die Polizei im Dezember mitteilte, sei es nach dem Spiel zu einer körperlichen Auseinandersetzung am Esslinger Bahnhof gekommen. Etwa 350 Bayern-Fans seien auf VfB-Anhänger getroffen. Einsatzkräfte der Bundespolizei hätten eine weitere Eskalation verhindern können.
Trotz dieser beiden zeitlich nahe beieinander liegenden Vorfälle gibt es nach Angaben des VfB Stuttgart keine Anzeichen für das Bestehen einer gewaltbereiten Fanszene im Landkreis Esslingen: „Generell sehen wir in der Vergangenheit keine Häufung derartiger Vorfälle in Esslingen, die auf Fans des VfB Stuttgart zurückzuführen wären“, teilt ein Sprecher mit. Über den Vorfall am Dienstagabend lägen dem Verein über die Berichterstattung der Medien hinaus zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Informationen vor.
Polizeieinsätze bei VfB-Heimspielen sollen laut Verein rückläufig sein
Die Zahl der Polizeieinsätze bei Heimspielen sei seit mehreren Jahren rückläufig, heißt es von Seiten des Bundesligisten. Dennoch setze der VfB Stuttgart bei seiner aktiven Fanarbeit stark auf Gewaltprävention und den „kontinuierlichen Dialog zwischen Fans und Verein zu diesem und weiteren Themen“, so der VfB-Sprecher. Der Verein legt Wert auf den Hinweis, dass eine Kategorisierung oder Einteilung von Fans oder Fangruppen – etwa in gewaltbereit oder nicht gewaltbereit – vom VfB nicht vorgenommen werde.
Die Polizei sieht ebenfalls keinen Anlass, vom Aufflammen einer gefährlichen Fanszene im Raum Esslingen auszugehen. Hier, so teilt ein Sprecher des auch für den Landkreis Esslingen zuständigen Polizeipräsidiums Reutlingen mit, würde es vor allem kleinere Fußballstadien geben, in deren Umfeld es zu Rangeleien zwischen Anhängern verschiedener Vereine kommen könne. Größere Vorkommnisse habe es im Umfeld dieser kleineren Sportstätten aber bisher noch nicht gegeben. Sie ereigneten sich meist im Bereich größerer Stadien.
Der Vorfall vom Dienstagabend müsse nicht unbedingt mit dem Vorhandensein einer gewaltbereiten Szene im Raum Esslingen in Verbindung gebracht werden. Zunächst einmal würden die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen noch andauern. Dann könne es auch sein, dass die möglichen Täter ihr Auto – ebenso wie die mutmaßlichen Opfer – für eine Weiterfahrt in der Nähe des Bahnhofs Oberesslingen geparkt hätten und deswegen vor Ort gewesen seien, so der Sprecher. Oft würden Bahnhöfe auch zum Umsteigen in andere Linien mit einem Zielort außerhalb des Kreises Esslingen genutzt.
Vier Fans sollen von einer bis zu 40-köpfigen Gruppe attackiert worden sein
Am Dienstagabend sollen laut Polizeibericht vier Fans von Eintracht Frankfurt nach einem VfB-Heimspiel zunächst mit der S-Bahn nach Oberesslingen gefahren sein. In ihrem dort abgestellten Fahrzeug hätten sie die Heimreise fortsetzen wollen. Als sie gerade ihre Fankleidung ablegen wollten, seien sie von einer etwa 30 bis 40 Personen starken Gruppe angegriffen und durch Schläge und Tritte verletzt worden. Einem der Opfer seien eine Geldbörse und ein Fahrzeugschlüssel geraubt worden.
Angreifer sollen rote Schals und Mützen getragen haben
Die vier Attackierten seien in ihr Fahrzeug geflüchtet. Die Angreifer sollen daraufhin eine Seitenscheibe des Autos eingeschlagen haben. Außerdem seien Kleidungsstücke und Fanartikel aus dem geöffneten Kofferraum des Fahrzeugs gestohlen worden. Die Angreifer sollen dann in Richtung des Oberesslinger Bahnhofs geflüchtet sein. Zwei der mutmaßlich Angegriffenen hätten von einem Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden müssen. Bei den Tatverdächtigen soll es sich um Männer im geschätzten Alter zwischen 20 und 25 Jahren handeln. Alle seien dunkel gekleidet und vermummt gewesen und sollen teils rote Mützen sowie rote Schals getragen haben.