Das Innengehege in dem neu eröffneten Australienhaus Terra Australis in der Wilhelma Stuttgart. Nachtaktive Tiere können hier in einem Dunkelbereich beobachtet werden. Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Polizei teilt neue Erkenntnisse bei den Ermittlungen um die Verletzten Kinder im Australien-Haus mit. Schlimmste Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen.

Die Polizei hat neue Erkenntnisse zu den ungeklärten Ereignissen im Dunkelbereich des Australienhauses in der Wilhelma bekannt gegeben. Demnach gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden Kinder absichtlich verletzt wurden. „Wir haben den Bereich überprüft und keine scharfen Kanten oder Vergleichbares gefunden, was die Verletzungen erklären würde“, sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Stuttgart gegenüber unserer Zeitung. Auch würden weder Tiere fehlen noch sei eine Möglichkeit festgestellt worden, dass sie ihre Gehege verlassen könnten.

 

Ein heiße Spur zu einem Tatverdächtigen gebe es noch nicht, allerdings ermittle die Polizei mit Hochdruck weiter. Stand jetzt gilt als wahrscheinlich, dass ein Mensch die Kinder verletzt habe. Die Opfer sind ein dreijähriges Mädchen und ein sechsjähriger Junge. Die Vorfälle ereigneten sich in zeitlichem Abstand zueinander – der erste vergangen Sonntag, der zweite am Mittwoch davor. Das Mädchen wurde am Bein, der Junge am Arm verletzt. Das Australienhaus bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Polizei sucht Zeugen

Das Australienhaus des Stuttgarter Zoos ist relativ neu - nachtaktive Tiere können hier in einem Dunkelbereich beobachtet werden, der direkt an das Koala-Gehege anschließt. Wer durchläuft, sieht die Hand vor Augen kaum. Unbemerkt zu handeln erscheint dort zumindest theoretisch nicht besonders schwer.

Zeuginnen und Zeugen, die an den genannten Tagen Beobachtungen in dem Gebäude oder in der Nähe gemacht haben, werden gebeten, sich unter Telefon 0711/8990 3600 beim Polizeirevier 6 an der Martin-Luther-Straße zu melden.