Seehunde beim Tauchgang im Nationalpark-Haus in Norden-Norddeich. Foto: Decksmann

Eigentlich kommt das Leben aus dem Meer. Doch manche Tiere haben sich wieder dorthin verzogen. Ob das für KNITZ eine Option wäre?

Soll noch einer behaupten, dass Reisen nicht bildet. Bisher war KNITZ, der sein Abi immerhin mit Biologie als Hauptfach bestanden hat, davon ausgegangen, dass das Leben sich vom Meer ans Land bewegt hat.

 

Vermutlich war es in der Ursuppe Meer irgendwann zu eng geworden, sodass ein paar Kreaturen sich gedacht haben: „Weißte was, immer nur Wasser ist auch fad. Ich schau mal, was an Land so läuft.“ Dann krochen sie den Strand hinauf. Und weil das Kriechen gar so mühsam war, stiegen einige im Lauf der Zeit auf Beine oder Autos um.

Aber haben Sie, liebe Leserinnen und Leser, gewusst, dass manche Lebewesen später wieder ins Meer abgetaucht sind? KNITZ weiß das, seit er in Ostfriesland eine Auffangstation für Heuler, also für verlassene Seehund-Babys, besucht hat.

Warum Seehunde das taten, darüber rätselt die Wissenschaftler noch heute. Vielleicht ist ihnen klar geworden, dass das Landleben auch mit Mühen verbunden ist. Wohnungssuche, Lohnsteuerbescheide ausfüllen, ständig den Launen des Wetters ausgesetzt. Im Vergleich dazu erscheint ein Tauchgang im Meer einigermaßen unkompliziert.

Die letzte Jahre als Wassermann

Als einfühlsamer, naturverbundener Zeitgenosse hat KNITZ sich überlegt, ob das nicht auch für ihn eine Option wäre – die ihm verbleibende Zeit als Wassermann zu verbringen. Immerhin hat er in jungen Jahren ein inniges Verhältnis zum feuchten Element entwickelt. In seiner ersten eigenen Wohnung ließ er sich jeden Morgen eine Badewanne ein. Das war kein schlechter Einstieg in den Tag, mit einer Tasse Kaffee in Reichweite und einer Zeitung in der Hand sich ganz entspannt mit der Lage der Welt vertraut zu machen.

Zugegeben, billig war der Spaß nicht. An den Warmwasserkosten von damals hat KNITZ heute noch zu nagen.

Schulden auf der Bank? Als Seehund kennt man nur die Sandbank, ein wunderbarer Ruheplatz im Wattenmeer. Um diesen auch bei frischer Brise genießen zu können, sollte man sich eine ordentliche Speckschicht anfressen. Klingt gut. Und was Fisch angeht, für den ist KNITZ immer zu haben.

Was dagegen spräche, ist, dass KNITZ ein erbärmlicher Schwimmer und ein noch schlechterer Taucher ist. Letzteres mag daher rühren, dass er in seinem menschlichen Dasein zweimal um ein Haar ersoffen wäre.

Humor lebt vom Missverstehen

Einmal im Meer, als er von einer Strömung gepackt wurde. Ein anderes Mal bei einer Flussüberquerung in Südostasien, als er in einen Strudel geriet. Leider wurde sein Hilferufen und sein Winken von den Passagieren eines vorbeifahrenden Touristenbootes falsch interpretiert. Die Leute winkten zurück.

Immerhin. Humor lebt vom Missverstehen. Insofern wäre es ein Abgang mit Witz gewesen.

Doch dann kam KNITZ der ironisch gemeinte, weltbekannte Spruch der australischen Schriftstellerin und Politikerin Irina Dunn in den Sinn: „Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad.“

Stimmt. Das Radfahren tät ihm schon arg fehlen. Also blubbert er an Land weiter.