In den Freibädern im Landkreis haben derzeit die Putzkolonnen das Kommando, wie hier im Göppinger Freibad an der Ulmer Straße, das größte im Raum Göppingen. Foto: Tilman Ehrcke​

In den Bädern im Landkreis Göppingen laufen die Vorbereitungen auf den Sommer auf Hochtouren – in manchen Bädern gibt es in diesem Sommer Neuerungen.

Es wird gebürstet, abgespritzt, gewischt und gemäht, Anlagen werden repariert und gewartet. Die Arbeiten in den Freibädern im Landkreis Göppingen laufen auf Hochtouren – auch wenn man sich das bei nächtlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt kaum vorstellen kann. ​

 

Als Erstes startet in acht Tagen das Waldhöhenfreibad in Ebersbach den Badebetrieb des Sommers 2026. Dort beginnt die Saison traditionell am 1. Mai, erklärt Anke Linder von der Stadtverwaltung. Damit lassen die Ebersbacher in diesem Jahr alle anderen hinter sich. Das Freibad in Donzdorf folgt am 8. Mai und bietet am ersten Öffnungstag kostenlosen Eintritt. Das Schachenmayr-Freibad in Salach lässt ab 9. Mai die Besucher ein. „Die Vorbereitungen laufen sehr gut. Das Schwimmerbecken sowie das Planschbecken sind bereits gereinigt und mit Wasser gefüllt“, erklärt der Betriebsleiter Timo Keune. Und: „Im vergangenen Jahr konnten wir das Planschbecken aufgrund eines technischen Defekts leider nicht in Betrieb nehmen. Dieses Problem ist behoben, sodass das Becken wieder zur Verfügung steht.“

In Göppingen werden die Edelstahl-Becken gereinigt

Das Freibad in Göppingen an der Ulmer Straße ist flächenmäßig das größte im Landkreis und öffnete in den Vorjahren ebenfalls Anfang Mai die Tore. In diesem Jahr ist dafür aber erst der Samstag, 16. Mai, anvisiert, sagt Soja Paunowa, Sprecherin der Stadtwerke Göppingen – sofern das Wetter mitspielt. Dann wechseln die Angestellten von der Badearena der Barbarossa-Thermen ins Freibad. Das Hallenbad ist dann bis zum Ende der Sommerferien geschlossen. Derzeit werden im Freibad die vor eineinhalb Jahren eingebauten Edelstahl-Becken gereinigt und die Grünanlagen sowie die Wasseraufbereitung in Schuss gebracht.

An jenem Wochenende Mitte Mai folgen dann weitere Bäder, beispielsweise das vom Schwimmverein Göppingen 1904 betriebene Waldecksee-Freibad in Jebenhausen. „Wir öffnen voraussichtlich am 14. Mai. Sollte das Wetter nicht zum Freibadbesuch einladen, würden wir die Eröffnung nach hinten schieben. Eventuell auf den 16. Mai oder noch später“, erklärt Sonja Schnappauf, Vorstand Finanzen beim Schwimmverein. Am vergangenen Samstag seien etwa 40 Ehrenamtliche zur „blauen und grünen Putzede“ im Einsatz gewesen. Blaue Putzede heißt die Becken reinigen, grüne Putzede heißt Gelände säubern, Volleyballfeld und Kinderspielbereich instandsetzen. Am 15. Mai lässt das Bad Boller Freibad zum ersten Mal Besucher ein. Und die Stadt Uhingen meldete die Saisoneröffnung für ihr Freibad wie die Göppinger Kollegen für den 16. Mai.

Günstige Preise im Holzheimer Bad und im Freibad Salach

Im Friederike-Wackler-Freibad des TV Holzheim ist die Saisoneröffnung, je nach Witterung, für das Pfingstwochenende, also um den 23. Mai geplant. „Da unser Bad nicht beheizt ist, kann sich der Saisonstart unter anderem in den Juni verschieben“, sagt Manfred Missler vom Vereinsvorstand. „Wir können nicht mit Attraktionen glänzen, aber unser familienfreundliches Ambiente lohnt einen Besuch allemal“, findet er. Dafür ist das Holzheimer Bad mit 4 Euro für die Tageskarte für Erwachsene und 2,50 Euro für Jugendliche zusammen mit dem Freibad in Salach auch sehr günstig.​

Neu ist, dass die Freibäder künftig rauchfrei sein müssen. Die Qualmschwaden vom Liegeplatz nebenan gehören damit der Vergangenheit an. So verlangt es der Nichtraucherschutz. Die Freibäder in Göppingen und Salach melden beispielsweise, dass dort eine spezielle Raucherzone eingerichtet wird, für alle, die nicht auf die Zigarette verzichten wollen.

Zwei neue Rutschanlagen im Göppinger Bad

Timo Keune aus Salach berichtet, dass rund um das Becken eine neue Hecke gepflanzt, die Sitzbänke gestrichen und die Schlösser an den Spinden erneuert wurden. In Donzdorf steht künftig eine vollautomatische Kasse bereit, die das Personal an der Eintrittspforte ersetzt. Gäste im Ebersbacher Bad dürfen sich auf einen neuen Pächter des Freibadkiosks freuen. Das Göppinger Bad wartet seit dem Spätsommer 2024 mit zwei großen neuen Rutschanlagen auf, in die die Stadtwerke Millionen investierten. Eine Rutsche und einen Sprungturm gibt es aber beispielsweise auch im sehr malerisch gelegenen Ebersbacher Freibad.​

In einer besonderen Situation sind die Freibäder in den Göppinger Stadtbezirken Jebenhausen und Holzheim, die jeweils von Vereinen betrieben werden. „Uns ist wichtig, dass die Öffentlichkeit registriert, dass es sich beim Freibad Waldecksee um ein Vereinsbad handelt und nicht mit kommunalen Bädern verglichen werden kann“, betont Sonja Schnappauf aus Jebenhausen. Millioneninvestitionen auf Kosten der Stadtkasse seien hier nicht drin.

„Wir können uns als Verein kein sechsstelliges Defizit leisten, sonst wäre der Verein kaputt. Also müssen wir mittels der Eintrittspreise versuchen, eine halbwegs schwarze Null zu schreiben.“ Meistens bleibe dennoch unterm Strich ein Minus. Ohne ehrenamtlichen Einsatz sei das alles ohnehin nicht möglich.​