Heikle Aufgabe in Hoffenheim: Trainer Huub Stevens. Foto: dpa

Bei 1899 Hoffenheim geht die Angst vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga um – Trainer Huub Stevens sagt, es sei: „Schwieriger als beim VfB Stuttgart.“

Stuttgart/Zuzenhausen - Es ist ja nicht so, dass sie beim Tabellenletzten 1899 Hoffenheim nicht schon genug Sorgen hätten vor dem Rückrundenstart – nun beklagen die Kraichgauer auch noch Verletzungsprobleme. Kapitän Pirmin Schwegler, Kevin Volland, Eugen Polanski (alle Oberschenkelprobleme), Niklas Süle (Erkältung) und ­Tarik Elyounoussi (Muskelfaserriss) haben beim letzten Test gegen Sturm Graz (3:1) ­gefehlt – ob sie im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) mitwirken können, ist fraglich.

Die unklare Personalsituation passt ins Hoffenheimer Bild, denn irgendwie scheint es bei 1899 vor dem Auftakt ins Fußballjahr regelrecht von Fragezeichen und Unwägbarkeiten zu wimmeln. Trainer Huub Stevens sagte kürzlich, dass der letzte Pass besser kommen müsse, dass die Chancenverwertung nicht stimme – und die Aufgabe in Hoffenheim schwieriger sei als seine vorherigen Rettungsaktionen beim VfB Stuttgart und HSV. Ob das nun bewusstes Ballflachhalten war oder die ehrliche Meinung, sei dahingestellt – Fakt ist, dass auf Stevens und sein Team eine Mammutaufgabe zukommen wird,um das Horrorszenario Abstieg zu verhindern. Seit dem Amtsantritt des Niederländers ist 1899 zwar defensiv stabiler geworden – unter Vorgänger Markus Gisdol gab es in zehn Spielen 19 Gegentore, unter Stevens waren es sechs in sieben Spielen.

Der Schuh aber drückt gewaltig in der Offensive mit nur 17 Toren in der Hinrunde. Obendrein verliehen die Kraichgauer Angreifer Adam Szalai in der Winterpause an Hannover 96. Auf dieser Position habe man genug Alternativen, sagte Stevens dazu nur. Die schwache Vorrunde zeigte allerdings das Gegenteil. Kevin Volland schaffte es zuletzt einige Male nicht mal mehr in die Startelf, und auch die Alternativen um Eduardo Vargas und Kevin Kuranyi, von vielen Experten längst als Fehleinkauf abgestempelt, belebten die Offensive nicht. Dennoch hat 1899 bisher keinen Winter-Neuzugang. Huub Stevens sagt dazu: „Es ist ein schwieriger Transfermarkt, aber ich habe Wünsche.“

Stevens spricht sich mit Nagelsmann ab

Ob mit Neuen oder ohne – Stevens muss das Potenzial aus einer Elf herauskitzeln, die zuletzt ihr Leistungsvermögen nicht abrief und schon bei kleineren Problemen oft in sich zusammenfiel. Stevens packt die Aufgabe in ­bewährter Manier an, er will die Defensive stärken und regiert mit der Peitsche. Das Zuckerbrot bekamen die Profis bisher selten vor die Nase.

Besonders pikant vor der Mission Klassenverbleib ist, dass Stevens alle grundsätzlichen Entscheidungen bereits mit Julian Nagelsmann abspricht, der im ­Sommer sein Nachfolger wird. Ob der ­28-Jährige, der zurzeit noch die U 19 des Clubs trainiert, im Sommer einen Erstligisten übernimmt, ist noch so ein großes Hoffenheimer Fragezeichen vor dem Rückrundenstart.

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