Echterdingens Flon Ajvazi verpasst nicht nur den Abstiegskracher gegen den MTV Stuttgart, sondern womöglich auch den Endspurt. Im Kampf um den Klassenverbleib haben beide Rückenwind.
Vor dem Start der Rückrunde der Fußball-Landesliga sah es beim TV Echterdingen und dem MTV Stuttgart noch düster aus. Beide steckten tief im Tabellenkeller fest und taumelten dem Abstieg entgegen. Vor dem direkten Aufeinandertreffen an diesem Sonntag (15 Uhr) im Sportpark Goldäcker sieht es deutlich rosiger aus – dennoch gilt für beide Mannschaften: bloß nicht verlieren.
Beim Gastgeber TV Echterdingen läuft es insbesondere auf dem Rasen viel versprechend. 17 Punkte sammelten die Echterdinger in den neun Rückrundenpartien und sind damit das zweitbeste Team der Staffel. In der Gesamtabrechnung bedeutet das momentan den zwölften Tabellenplatz und die direkte Rettung. Und das trotz des jüngsten Rückschlags. Mit 2:4 verlor der TV Echterdingen beim 1. FC Eislingen und hat damit nur drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Für Trainer Daniel Heisig kein Grund zur Sorge: Er gibt sich weiterhin gelassen. „Das Spiel gegen Eislingen wird uns sicher nicht den Wind aus den Segeln nehmen“, sagt der Coach. Was ihm missfiel, hat er diese Woche offen angesprochen: „Wir waren zu ruhig, wir waren zu weit weg und nicht wach genug.“ Zumindest in der ersten halben Stunde, ehe ein Ruck durch die Mannschaft ging und die Echterdinger kurz davor waren, die Partie zu drehen. Weil die Echterdinger dann ihre Chancen nicht verwerteten, schlugen die Eislinger eiskalt zu und entrissen den Echterdingern die wertvollen Punkte.
Das soll am Wochenende nicht erneut vorkommen. „Das Spiel hat auch gezeigt, dass wir den Fokus weiter auf die Basics legen müssen“, sagt Heisig. Er erwartet mit dem MTV Stuttgart einen Gegner, der mit Rückenwind kommt. „Das wird ein sehr enges Spiel“, prognostiziert er.
Dick im Kalender haben die Echterdinger Verantwortlichen darüber hinaus den kommenden Dienstag angestrichen. Dann hat der Top-Torjäger des Teams, Flon Ajvazi, nach seiner Verletzung im vergangenen Spiel einen MRT-Termin. „Wenn wir Glück haben, dann sind lediglich die Bänder überdehnt und er fehlt ein paar Wochen – wenn wir Pech haben, ist das Syndesmoseband betroffen, dann ist seine Saison beendet. Das wäre extrem bitter“, bangt Heisig um den 20-jährigen Angreifer. Am Wochenende fehlt er definitiv. Wieder in die Startelf kehren Christian Heinrich und Torhüter Marko Gaspar zurück. Beide waren am Sonntag gegen Eislingen privat verhindert.
Neben dem Platz ebben die Störgeräusche weiterhin nicht ab. Der Einstieg von Bernhausens Erfolgstrainer Roko Agatic im Sommer, inklusive des Wechsels von bis zu sieben Spielern vom Fleinsbach in die Goldäcker, schlug bereits im Winter ein wie eine Bombe und hallt bis heute nach. Vergangene Woche holte Marvin Kuhn, seines Zeichens Kapitän und verdienter Echterdinger Spieler, zum Angriff auf den Sportlichen Leiter Sascha Härtenstein aus. Kuhn warf dem Sportchef Lügen und mangelnden Respekt vor. Härtenstein war für erneute Rückfragen nicht zu erreichen.
MTV Stuttgart schöpft Hoffnung im Abstiegskampf
Beim kommenden Gegner, dem MTV Stuttgart, wittert man derweil wieder Morgenluft. Stand der Abstieg nach einer bislang mehr als enttäuschenden Runde nahezu fest, so ist der MTV Stuttgart nach drei Siegen in Folge zurück im Rennen um den Klassenverbleib. Der Abstand zu Platz 13, der nach jetzigem Stand der Relegationsrang wäre, beträgt nur noch drei Punkte. „Mittendrin im Rennen sind wir noch nicht, da fehlt noch ein bisschen was. Ein Sieg könnte nochmal ein guter Schritt in die Richtung sein“, sagt der scheidende Trainer Björn Lorer. Die vergangenen Spiele seien durchaus positiv gewesen. Auch wenn die West-Stuttgarter fußballerisch nicht ihre besten Partien gezeigt haben, gab es zwei gravierende Erfolgsfaktoren: „Hinten standen wir deutlich verbessert und vorn waren wir effizient“, berichtet Lorer. Knüpft sein Team an diese Leistungen an, seien drei Punkte in Echterdingen möglich. „Auch wenn sie zuletzt ebenfalls gut unterwegs waren“, sagt Lorer, der ohnehin mit einem engen Spiel rechnet.
Personell hat sich die Lage wieder deutlich verschlechtert. Die Saison von Sebastian Oehme ist nach seinem Innenbandriss im Knie vorzeitig beendet. „Ihn werden wir schmerzlich vermissen. Er war zuletzt hervorragend in der defensiven Viererkette“, berichtet der Coach. Zudem sind Mertcan Özocak (Fersenprobleme), Daniel Rudolph (Leistenprobleme) und Denzel Debrah (Oberschenkelprobleme) fraglich. Egzon Sufaj (Knorpelschaden) fehlt ohnehin. „Wir sind nicht im Vollbesitz unserer Kräfte, werden aber ohne Frage eine schlagkräftige Truppe stellen“, sagt Lorer.