Gemeinsam siegreich: Hans Haidle und sein Sohn Moritz setzen die Lemberger-Erfolgsserie ihres Stettener Weinguts fort. Foto: Stoppel

Am Remstal führt beim Vinum-Rotweinpreis, einer der höchsten Auszeichnungen der Branche, kein Weg vorbei – angesichts von Generationswechseln in den hiesigen Sieger-Weingütern wohl auch in Zukunft. Am 14. November findet die Preisverleihung statt.

Weinstadt - Früher hat man uns vom Remstal ausgelacht, jetzt lachen wir“, sagt Hans Haidle über den beispiellosen Aufstieg der hiesigen Weinregion unter die Top-Adressen in Deutschland, deren Stellenwert einmal mehr der Vinum-Rotweinpreis untermauert. Denn bei der Verleihung an diesem Samstag in der Alten Kelter Fellbach bleibt ein gutes Drittel davon im Remstal, dessen Wengerter von 23 Preisen, die in acht Kategorien vergeben werden, acht abgeräumt haben.

Stettener Weingut Karl Haidle setzt Siegesserie fort

Darunter ist wieder einmal das Stettener Weingut Karl Haidle, das fast schon eine Art Abonnement für den Deutschen Rotweinpreis in der Kategorie Lemberger zu haben scheint. Zum dritten Mal in Folge geht der erste Platz an einen Lemberger aus dem Hause Haidle – und zwar den 2013er Stettener Mönchberg Großes Gewächs. Auf Platz zwei folgt – selbe Lage, selbes Weingut, nur anderer Jahrgang – dessen 2012er. Da Ersterer bereits ein Gemeinschaftsprodukt von Vater Karl und Sohn Moritz Haidle ist, der inzwischen den Posten des Kellermeisters übernommen hat und seine Weine in Eigenregie ausbaut, dürfte sich die Erfolgssträhne höchstwahrscheinlich fortsetzen.

Davon geht in freudiger Erwartung auch der Kernener Bürgermeister und Vorsitzender des Tourismusvereins Remstal-Route, Stefan ­Altenberger, aus. Zumal sich nicht nur bei Haidles ein Generationswechsel vollzogen hat. Unter den zur Pressekonferenz in der Strümpfelbacher Vinothek Traube versammelten Preisträgern sind noch mehr junge Gesichter, etwa das von Felix Ellwanger.

Mit Stolz präsentiert der junge Winterbacher Wengerter den 2012er Nicodemus Hades, den Siegerwein in der Kategorie Cuvée. Auch für das Weingut Jürgen Ellwanger ist es nicht der erste Rotweinpreis. Mehrfach wurden bereits seine Lemberger und Zweigelt prämiert, aber noch nie eine Cuvée. „Wir haben sie dieses Mal etwas härter gemacht, mehr Cabernet mit Merlot und Lemberger kombiniert. Ich glaube, das hat den Ausschlag gegeben“, sagt Felix Ellwanger, der den Betrieb mit seinem Bruder Jörg und dessen Ehefrau Sylvia führt.

Mit Diva unter den Rebsorten erfolgreich

Experimentierfreude ist auch der Ansporn der Großheppacher Namensvettern des Weinguts Bernhard Ellwanger oder wie es Sven Ellwanger nennt „der Spieltrieb“. Anders ist es auch nicht zu erklären, dass man die Rebsorte Syrah kultiviert – wohl wissend, dass das Remstal für diese von der Anzahl der Sonnenstunden und den mitunter feuchten Herbstmonaten her „an der klimatischen Grenze ist“. Nun wird der jahrelange Mut belohnt mit Platz eins für den 2012 Syrah Großheppacher Wanne in der Kategorie Internationale Klassiker.

Mut, den braucht man als Wengerter auch beim Eiswein. Die Fellbacher Weingärtner hatten ihn und die Nerven den passenden Lesezeitpunkt abzuwarten – und nun noch dazu den ersten Platz bei den Edelsüßen. Kein Wunder, dass der Vorstandsvorsitzende Thomas Seibold und sein Kellermeister Werner Seibold um die Wette strahlen, als sie ihren Sieger präsentieren: den 2012er Eiswein Spätburgunder Weißherbst Fellbacher Goldberg, der satt goldgelb schimmernd wahrlich den Eindruck vermittelte, auch noch die letzten Wintersonnenstrahlen in sich aufgesogen zu haben und dieses Versprechen auf dem Gaumen einhält.

Mit den Erstplatzierten hat der Reigen der Remstäler Rotweinpreisträger aber noch längst kein Ende: So geht der zweite Platz in der Kategorie Unterschätzte Sorten an den 2013 Trollinger „Edition P“ der Fellbacher Weingärnter. Bei den Neuzüchtungen hat sich das Weingut Klopfer aus Großheppach mit seinem 2011 Zweigelt Réserve den zweiten Rang erobert und das Korber Weingut Zimmerle mit seinem 2012 Zweigelt „Goldadler“ Korber Sommerhalde den dritten.

Der Vinum-Rotweinpreis

Preisverleihung:
Die Vinum-Rotweinpreise werden am Samstag, 14. November, im Rahmen einer Gala in der Alten Kelter in Fellbach, Untertürkheimer Straße 33, von 18.30 Uhr an die Sieger übergeben. Davor findet eine Weindegustation von 13 bis 17 Uhr statt.

Roter Riese:
Neben den Deutschen Rotweinpreisen vergibt das Weinmagazin „Vinum“ auch die Auszeichnung Roter Riese. Sie geht jedes Jahr an einen Betriebe, der für den deutschen Rotwein Besonderes geleistet hat. Wer die Trophäe in diesem Jahr erhält, wird erst am Samstag bekannt gegeben.

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