Bockig sein macht Spaß, und mit der Trotzphase kann man auch spielerisch umgehen: so wie in „Das NEINhorn“ von Marc-Uwe Kling, das jetzt an der Esslinger Jungen WLB Premiere für Zuschauer ab vier Jahren feiert.
Ein wunderbar trotziges Trio: zum einen das Neinhorn, das seinen Namen nicht ohne Grund trägt. Eigentlich ein niedliches Einhorn, ist ihm alles ein bisschen zu niedlich im Einhorn-Wald. Klar, dass man bei lauter herziger Ja-wie-süß-Seligkeit mit einem bockigen „Nein“ reinkeilen muss. Zum anderen der Bär, der immer „Was?“ brummt, und der Hund, der stets „Na und?“ bellt. NEINhorn, WASbär, NAhUND – drei im Eigensinn verbundene Trotzköpfe, die in Marc-Uwe Klings Kinderbuch „Das NEINhorn“ noch viele andere gleichgesinnte Fans gefunden haben.
Wortwitzige Trotzphasenfabel
Mag der Widerspenstigen Zähmung im real existierenden Kinderzimmer auch bisweilen für Tragödien sorgen: Der Regisseur Markus Steinwender, der „Das NEINhorn“ an der Esslinger Jungen WLB inszeniert, versteht Klings wortwitzige Trotzphasenfabel als Steilvorlage für die eigene Phantasie – und zwar für Zuschauerinnen und Zuschauer ab vier Jahren. Damit könne spielerisch bewältigt werden, was sonst besorgte Falten und strenge Blicke in elterliche Gesichter zeichnet. Wenn man das Ganze gar als etwas durchgeknalltes familiäres Rollenspiel auf Touren bringt, wie es Steinwender mit seinem Schauspieltrio und viel Musik auf allen möglichen Klangerzeugern vorhat, wird ein Spaß mit tieferer Bedeutung draus. „Natürlich hat das keine pädagogische Botschaft“, sagt der Regisseur, um dann in trotziger Dialektik einzuräumen, es habe eben doch eine: „Die Einsicht, dass es mit Nein allein nicht immer weitergeht, sondern dass manches nur mit gemeinsamer Zustimmung klappt.“ Zum Beispiel die Befreiung der Prinzessin, der KönigsDOCHter, die ebenfalls den Trotz im Namen trägt. Aber zur großen Tat ist wenn schon kein freudiges „Ja“, so zumindest ein williges „meinetwegen“ fällig.
Die Premiere beginnt an diesem Samstag, 2. April, um 16 Uhr im Podium 2 des Esslinger Schauspielhauses. Nächste Vorstellungen: 30. April, 28 und 29. Mai.