Wilfried Porth wendet sich mit aller Macht gegen einen Führungswechsel beim VfB Stuttgart. Foto: Daimler AG

Daimler-Vorstand Wilfried Porth sammelt die Truppen für die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart. Er fordert die VfB-Mitglieder in der Belegschaft des Autobauers auf, gegen eine Abwahl von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich zu stimmen.

Stuttgart - Es könnte eng werden für den umstrittenen VfB-Präsidenten Wolfgang Dietrich. So lässt sich eine unternehmensinterne Botschaft von Personalvorstand Wilfried Porth an „alle dunkelroten Kolleginnen und Kollegen bei Daimler“ interpretieren. Denn die VfB-Mitglieder in der Belegschaft hat Porth – der auch Aufsichtsratsvize der VfB AG ist – aufgefordert, an diesem Sonntag zur Mitgliederversammlung in die Mercedes-Benz-Arena zu kommen. „Nutzen Sie die Gelegenheit, für Kontinuität, Zusammenhalt und bessere sportliche Zukunftschancen beim VfB zu stimmen“, postete Porth am Donnerstag.

„Aussichtsreiche Gespräche mit potentiellem Investor“

Gemeint ist vor allem eines: „Die Anträge auf Abwahl des Präsidenten lehnen wir ab“, schreibt der Daimler-Vorstand. Strukturell und organisatorisch sei der VfB gut für die Zukunft aufgestellt. Die VfB Stuttgart AG stecke „mitten in aussichtsreichen Gesprächen mit einem weiteren potentiellen Investor“. Ein erfolgreicher Abschluss eröffne neuen Spielraum für Investitionen in die sportliche Weiterentwicklung des Vereins. „Dazu ist allerdings Kontinuität in der Vereinsführung eine Grundvoraussetzung“, mahnt der Manager. Gemeint ist aber auch: Kippt Dietrich, dann könnte der erhoffte Geldsegen ausbleiben. Porth war einst maßgeblich an der Auswahl des Clubchefs beteiligt.

Natürlich sei man nach dem Abstieg nicht zur Tagesordnung übergegangen, schreibt er nun. Die abgelaufene Saison sei gründlich aufgearbeitet und die Weichen seien Richtung Wiederaufstieg gestellt. „Jetzt ist es Zeit, wieder nach vorne zu schauen“, versucht er den anhaltenden Widerstand vieler VfB-Anhänger gegen die aktuelle Vereinsführung zu brechen.

Rückendeckung vom Daimler-Boss

Somit betreibt Daimler – ein zentraler Angriffspunkt der Kritiker – weiterhin aktiv personelle Vereinsbelange: Schon kurz nach dem Abstieg hatte Vorstandschef Ola Källenius dem Präsidenten Dietrich das Vertrauen ausgesprochen. Daimler hält als Ankerinvestor 11,75 Prozent der Anteile an der VfB AG und besitzt die Namensrechte am Stadion. Die Mercedes-Benz-Bank, eine 100-prozentige Tochter der Daimler AG, hat ihr Engagement als Hauptsponsor unlängst um weitere vier Jahre bis 2023 verlängert. „Daimler wird die Mission Wiederaufstieg mit aller Kraft unterstützen“, verspricht Porth den Daimler-Kollegen.

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