Die damals zweijährige Mischlingshündin Laika bei Tests in der Druckkabine. Die Hündin flog im November 1957 mit der sowjetischen Rakete Sputnik II ins All. Foto:  

Ob Hunde, Affen, Spinnen, Quallen, Mäuse oder Bärtierchen: Bevor Menschen sich ins All wagten, schickten sie Tiere voraus. Viele überlebten das nicht – wie vor 60 Jahren die Hündin Laika. Daraus lernten die Forscher, und heute fliegen Mensch und Tier sicherer.

Moskau/New York - Vor 60 Jahren, am 3. November 1957, schoss die Sowjetunion die Mischlingshündin Laika als ersten Vierbeiner mit einer Rakete in den Weltraum. Damals folgte im kosmischen Wettlauf zwischen den Supermächten USA und UdSSR Schlag auf Schlag. Wieder war es Moskau, das den Ton angab. Nur gut einen Monat zuvor hatten sowjetische Ingenieure die USA mit dem ersten Satelliten Sputnik-1 überrumpelt und damit das Zeitalter der Raumfahrt eröffnet.

Raumpatrouille Laika

Die Moskauer Propaganda wusste das erste Tier im All gut in Szene zu setzen. Erst viele Jahre später erfuhr die Welt, welch qualvollen Tod die zweijährige Hündin gestorben war. Schon nach wenigen Stunden war ihre Sputnik-Kapsel völlig überhitzt, Laika hatte keine Chance. Doch ihr schicksalhafter Flug half bei der Entwicklung von Schutzmaßnahmen – wie etwa von Raumanzügen für Hunde.

Tierversuche hatten eine ganz zentrale Rolle in der Anfangsphase der Raumfahrt. Allein 29 Hunde schickte die Sowjetunion bereits zwischen 1951 und 1962 bis an die Grenzen des Weltraums auf eine Höhe von rund 100 Kilometern über der Erde. Neben Laika, die als erstes Tier ins All vordrang, starben 17 Hunde bei Testflügen.

Es folgten weitere Lebewesen: Katzen, Mäuse, Insekten, Mikroben und Pflanzen. 1968, kurz vor der Mondlandung von US-Astronaut Neil Armstrong, kreisten sowjetische Schildkröten um den Erdtrabanten.

Star-Trek Kitties

Affe Ham

Während die Sowjets auf Hunde setzten, waren die ersten US-Pioniere dem Menschen ähnlicher: Affen. Nachdem 1947 zunächst Fruchtfliegen an Bord einer V2-Rakete vom US-Bundesstaat New Mexico aus kurzzeitig ins All geschossen worden waren, setzten die USA ab Ende der 1940er Jahre auf Äffchen und Mäuse. Die Flughöhen gingen zunächst kaum über die Grenze des Weltraums von 100 Kilometern hinaus.

Viele starben, wie Albert I 1948 und Albert II 1949, aber 1951 überlebte erstmals ein Affe namens Yorick einen kurzen Flug an den Rand des Kosmos. Zehn Jahre später startete erstmals ein Schimpanse ins All, Ham.

Knapp sieben Minuten lang erlebte der Affe die Schwerelosigkeit, dann landete er mit seiner Kapsel im Atlantik. „Leicht müde und dehydriert, aber sonst in gutem Zustand“ sei Ham danach gewesen, hieß es von der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Auf Basis der Erkenntnisse des Experiments konnte nur wenige Monate später der erste amerikanische Astronaut, Alan Shepard, in den Weltraum starten.

Schweine im Weltall

Mikroben in Space

Mitden erfolgreichen bemannten Flügen nahm die Bedeutung der kosmischen Tierversuche ab. Trotzdem schickten viele Länder immer wieder „biologische Ladung“ mit – Kaninchen, Quallen und Spinnen, die in der Schwerelosigkeit erfolgreich Netze sponnen. „Die Tiere haben ihren Ländern Dienste erwiesen, die kein Mensch übernommen hätte“, heißt es bei der Nasa.

Inzwischen setzen die Weltraumforscher auf Kleinstlebewesen. Wissenschaftler der Europäischen Raumfahrtagentur Esa haben Bärchentierchen zu ihren Weltraumhelden erhoben. 3000 der kaum einen Millimeter großen Wesen wurden 2007 für zwölf Tage auf einem Satelliten dem Vakuum und der Kälte sowie der kosmischen Strahlung des Alls aussetzten. Und: Die Bärtierchen überlebten.

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