Theodor Heuss (1884-1963) war der erste Bundespräsident Deutschlands. Der passionierte Journalist und Literat wurde von den Deutschen geliebt und verehrt - "Papa Heuss" nannte man ihn. Foto: dpa

Nicht umsonst nannte man ihn "Papa Heuss": Der erste Bundespräsident der jungen Republik wollte sich als Mann des Volkes verstanden wissen. Vor 50 Jahren, am 12. Dezember 1963, starb Theodor Heuss in Stuttgart.

Nicht umsonst nannte man ihn "Papa Heuss": Der erste Bundespräsident der jungen Republik wollte sich als Mann des Volkes verstanden wissen. Vor 50 Jahren, am 12. Dezember 1963, starb Theodor Heuss in Stuttgart.

Stuttgart - Erstrebt hatte er das Amt des Bundespräsidenten nicht, doch kaum einer seiner Nachfolger hat es so völlig ausgefüllt wie Theodor Heuss. "Papa Heuss" nannten die Bürger der jungen Bundesrepublik ihren Präsidenten liebevoll. Und so wollte Theodor Heuss sich auch verstanden wissen: als Schwabe, Mann des Volkes, mit einem offenen Ohr für die Belange der kleinen Leute.

Ein überzeugter Liberaler war der gelernte Journalist: Als Abgeordneter der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) zog er 1924 in den Reichtstag ein, wo er sich 1933 der Fraktionsdisziplin beugte und für das Ermächtigungsgesetz und die Stärkung Hitlers stimmte, sich später aber vom Rednerpult aus in geschliffener Argumentation mit dem Nationalsozialismus auseinander setzte.

Vater des Grundgesetzes

1949 war der Liberale Mitglied des Parlamentarischen Rates, der das Grundgesetz auszuarbeiten hatte. Von ihm stammen neben der Präambel auch Formulierungen zum Amt des Bundespräsidenten und seiner politischen Wirksamkeit.

Als dem von den Nazis verfehmten Schriftsteller das Amt des ersten Staatsoberhaupts der Bundesrepublik zufiel, entzog er sich nicht. Heuss wurde schnell populär, in den Köpfen des Volkes waren Mensch und Amt bald eins.

Nach seiner Dienstzeit trug vor allem sein halboffizieller Besuch in Israel dazu bei, die dort noch immer vorhandenen Spannungen mit Deutschland zu entschärfen. Später schrieb Leo Baeck, der einstige Berliner Oberrabbiner, über ihn: "Wo Theodor Heuss naht, fühlen die Menschen sich verstanden. Eine Brücke von Seele zu Seele wird gebaut, ein Friede ist bereitet. Auch Menschen jüdischen Schicksals wissen voller Dankbarkeit darum."

Sein Lebensende verbrachte er in Stuttgart. Am Feuerbacher Weg ließ sich der Altbundespräsident ein Domizil erbauen. Vier Jahre lebte er auf dem Killesberg und starb hier am 12. Dezember 1963.

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