Die Planie liegt mitten in der Stadt und ist daher in vielfacher Hinsicht beliebt, auch bei Demonstranten – jetzt wird sie nach Richard von Weizsäcker benannt. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Ende Januar werden im Umfeld des Neuen Schlosses in Stuttgart neue Straßenschilder montiert werden. Aus der Planie soll die Richard-von-Weizsäcker-Planie werden. Spätestens, wenn sich der Todestag des ehemaligen Bundespräsidenten zum ersten Mal jähren wird.

Stuttgart - Seit Monaten schon waren Überlegungen angestellt worden, doch spruchreif ist es erst jetzt geworden: Die Stadt wird Richard von Weizsäcker, der von 1984 bis 1994 als Bundespräsident wirkte, mit der Umbenennung der Planie würdigen. Die Witwe Marianne von Weizsäcker sei damit nicht nur einverstanden, sondern freue sich sehr darüber, sagte OB Fritz Kuhn (Grüne) im Ältestenrat, in dem die Spitzen der Ratsfraktionen regelmäßig nichtöffentlich beraten. Zur Enthüllung des Straßenschilds wird die Witwe auch nach Stuttgart kommen, hofft man im Rathaus.

Nach ihrer Zustimmung zu der Benennung arbeitet Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) an einer Beschlussvorlage für den Gemeinderat. Die noch ausstehende förmliche Zustimmung gilt als sicher. „Wir werden den Beschluss zeitlich so eintakten, dass spätestens am ersten Todestag des ehemaligen Bundespräsidenten, am 31. Januar, die Einweihung der Richard-von-Weizsäcker-Planie gefeiert werden kann“, sagt Wölfle.

CDU-Fraktion ist sehr zufrieden

Richard-von-Weizsäcker-Planie? Die CDU-Fraktion hatte am 6. Februar, sechs Tage nach dem Tod des ehemaligen Staatsmanns, eine „Richard-von-Weizsäcker-Straße“ neben dem Neuen Schloss angeregt, weil der spätere CDU-Politiker am 15. April 1920 in einem Mansardenraum des Schlosses zur Welt gekommen war. Ob es nun Straße oder Planie heiße, sei nicht entscheidend, meint CDU-Stadtrat Jürgen Sauer. Wichtig sei, dass dieser große Sohn Stuttgarts, der seit 1990 auch Ehrenbürger der Landeshauptstadt war, für sein beeindruckendes Lebenswerk angemessen geehrt werde. Und zwar an prominenter Stelle in der Stadt. Dieses Ziel sei jetzt erreicht. Bürgermeister Wölfle sagt, die Verwaltung habe die Kombination des Namens Richard von Weizsäcker mit der Bezeichnung Planie für vorteilhaft angesehen. Es gebe in Stuttgart viele geschichtsbewusste Bürger, die es bedauern würden, wenn die Planie auf keinem Straßenschild mehr auftauchen würde. Er selbst denke auch so. Diese Bezeichnung markiere Stellen, an denen größer werdende Städte einst ihre Stadtmauern beseitigt und den Stadtgraben planiert hätten.

Bürger sorgen sich um vertraute Bezeichnung

Auch Leser unserer Zeitung würden um die Bezeichnung Planie trauern. Mit ihr wäre ein wundervolles Wort mit französischem Charme verloren, schrieb einer von ihnen im September. Er riet deswegen aber nicht zur Kombination, sondern dazu, einen anderen Ort nach dem Ex-Bundespräsidenten zu benennen. Etwa die Hauptstätter Straße, die nicht weit vom Neuen Schloss entfernt und zwar nicht unbedingt schön sei, aber Ausmaße eines Boulevards habe.

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