Lewis Hamilton postete ein Foto seiner Betätigung bei Instagram. Foto: AFP/WILLIAM WEST

Die Formel-1-Piloten gestalten nach der Absage des Saisonstarts in Melbourne wegen der Corona-Pandemie ihre ungewollte Freizeit höchst unterschiedlich. Einige probieren sich in gänzlich neuen Bereichen aus.

Melbourne - Sebastian Vettel und Valtteri Bottas kämpften zu Hause in Europa gegen den Jetlag, Lewis Hamilton ging in Melbourne klettern, Charles Leclerc stürzte sich mit seinem Surfbrett in die Wellen - die Stars der Formel 1 nutzen ihre unfreiwillig gewonnene Freizeit an diesem Wochenende auf ziemlich unterschiedliche Weise.

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Anstatt im Albert Park, der Grünen Lunge von Melbourne, für ohrenbetäubenden Lärm zu sorgen und die mit 22 Rennen längste Saison der 71-jährigen Formel-1-Geschichte einzuläuten, ist der PS-Zirkus wegen des Coronavirus mit einem Schlag zum Erliegen gekommen. Frühestens Anfang Mai in den Niederlanden wird gefahren - vorausgesetzt, drastisch sinkende Infektionsraten lassen das zu.

Solange können die Fahrer letztlich tun, was sie wollen. Die Devise lautet aber: Gesund bleiben und Kräfte sammeln für einen vermutlich stressigen Sommer und Herbst, schließlich will die Formel-1-Führung möglichst viele Rennen nachholen.

Verstappen und Norris versuchen sich im eSport

Max Verstappen und Lando Norris blieben deswegen voll im Thema. Die ohnehin konsolenaffinen Youngster legten am Sonntag Zusatzschichten im eSport ein. Red-Bull-Star Verstappen (22) trat bei einem virtuellen Rennen des Motorsport-Portals „The Race“ gegen professionelle Gamer und Rennfahrerkollegen an, zu denen unter anderen der ehemalige Formel-1-Pilot Juan Pablo Montoya (Kolumbien) zählte.

McLaren-Youngster Norris (20), dessen Team den bislang einzigen bestätigten Coronafall der Formel 1 zu verzeichnen hatte, nahm an einem Event mit dem treffenden Namen „Not the Aus GP“ teil. Auch Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne (Frankreich) und Mercedes-Ersatzfahrer Esteban Gutierrez kündigten ihre Teilnahme an dem virtuellen und virenfreien Kräftemessen an. Gespielt wird der aktuelle Formel-1-Titel „F1 2019“. Die Strecken sind den berühmten Gaststartern also bestens bekannt.

Weltmeister Hamilton hingegen verdingte sich am Samstag in einer Kletterhalle in der Gegend von Melbourne. In den Sozialen Netzwerken postete der Brite ein paar Fotos seines Aufstiegs und teilte seine „herbe Enttäuschung“ mit, nicht stattdessen um die Pole Position kämpfen zu können. Dabei hatte Hamilton selbst am Donnerstag den Finger in die Wunde gelegt, als er seine Verwunderung darüber kundtat, dass in Australien trotz der globalen Krise gefahren werden sollte.

Die Folgen des Kommunikationsdesasters von Melbourne mit der unwürdig späten Rennabsage wenige Stunden vor dem ersten Training werden der Formel 1 noch lange nachhängen. Kurzfristig steht aber alles im Zeichen der Corona-Abwehr. Einige McLaren-Teammitglieder bleiben bis zum Ende ihrer Quarantäne in Melbourne, alle anderen Australien-Reisenden sollen dem Konzernsitz in Woking 14 Tage fernbleiben.

Ferrari schließt auch seine Formel-1-Schmiede

Vettels Ferrari-Team schloss am Sonntag seine Fabriken und damit auch die Formel-1-Schmiede bis zum 27. März. „Es ist eine Frage des Respekts vor den Mitarbeitern, dass wir im Sinne ihres Wohls und dem ihrer Familien diese Entscheidung getroffen haben“, sagte Ferrari-Geschäftsführer Louis Camilleri.

Weil die Sommerpause im August wohl für nachzuholende Rennen weichen muss, erscheint ein genereller Shutdown in der Königsklasse in den nächsten Wochen wahrscheinlich. Alle Mitarbeiter würden dann in den Urlaub geschickt, in den Fabriken dürfte kein Handschlag getan werden.

Die Zuversicht, dass es 2020 noch zu Action auf der Strecke kommt, ist in jedem Fall vorhanden. Norris rief seine Fans am Sonntag über die Sozialen Netzwerke abermals auf, Vorschläge für sein Helmdesign beim Großen Preis von Großbritannien einzureichen. In Silverstone soll am 19. Juli gefahren werden.

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