Ein Gravel Bike auf einem Schotterweg auf der schwäbischen Alb. Foto: Frederik Herrmann

Gravel Bikes erleben seit Jahren einen riesigen Hype. Rund um Stuttgart befinden sich passende Strecken und Ausflugsziele, die sich perfekt für das Off-Road taugliche Rennrad eignen.

 Für viele soll das Gravel Bike das bessere Rennrad sein. Mit seiner sportlichen Geometrie ist es dynamisch und gleichzeitig vielseitig genug für Wald-, Wiesen- und Schotterwege. Und davon gibt es rund um Stuttgart mehr als genug.

 

Kaum raus aus der Stadt bieten Wege zwischen den Weinbergen und in den Wäldern perfekte Bedingungen für Gravel-Touren. Von der entspannten Feierabendtour bis zur ambitionierten Ausfahrt ist hier alles dabei. Ein paar besonders schöne Ausflugsziele und Gravel-Routen haben wir hier für euch zusammengestellt.

Über der Stadt auf dem Panoramaweg unterwegs

Der Panoramaweg, wie die Strecke auf der Routenplanplattform Komoot heißt, macht seinem Namen alle Ehre. Er befindet sich auf der Kante zwischen den Weinbergen bei der Grabkapelle und dem dahinter liegenden Waldgebiet, dem Schurwald. Vom Kappelberg geht es am Waldrand entlang – mit beeindruckendem Blick auf Untertürkheim und Bad Cannstatt.

Bis hier hoch müssen allerdings erst einige Höhenmeter überwunden werden. Wer danach noch nicht genug hat, kann über angenehme Schotterwege weiter auf den 493 Meter hohen Katzenkopf fahren.

Viel mehr als ein Kreuz und ein paar Bänke gibt es dort jedoch nicht zu sehen. Auch die Aussicht ist durch die Bäume eher überschaubar. Deutlich schöner ist der Blick von der nur wenige Kilometer entfernten Yburg über Stetten, die Weinberge und das Remstal.

In den Weinbergen hinter der Grabkapelle hat man einen perfekten Blick über Stuttgart. Foto: Frederik Herrmann

Der Klassiker: Graveln im Siebenmühlental

Das Siebenmühlental gehört zu den absoluten Klassikern unter Radsportlern in der Region Stuttgart. Zwischen Leinfelden-Echterdingen und Waldenbuch führt ein perfekt ausgebauter Radweg entlang des Reichenbachs.

Der Name täuscht allerdings: Entlang der Strecke liegen nicht sieben, sondern gleich elf Mühlen. Bereits im Mittelalter sollen hier sieben Mühlen gestanden haben – daher kommt vermutlich auch der Name des Tals.

Aber nicht nur Rennradfahrer kommen hier auf ihre Kosten. Parallel zum asphaltierten Radweg verläuft mit dem Reichenbachtalweg eine überwiegend geschotterte Alternative für Gravelbikes. Gerade am Wochenende sind hier allerdings viele Spaziergänger und Wanderer unterwegs. Rücksicht lohnt sich also.

Wer danach noch weiterfahren will, findet im Naturpark Schönbuch genug Wald- und Schotterwege für längere Touren.

Auf Schotter zum Schloss Solitude

Auch das Schloss Solitude ist längst kein Geheimtipp mehr unter den Ausflugszielen rund um Stuttgart. Trotzdem eignet sich die Strecke perfekt für eine Gravelbike-Tour.

Von Stuttgart-Süd Richtung Bärensee führen mehrere Wald- und Schotterwege bis zum Schloss. Gerade rund um die Seen sind oft viele Spaziergänger unterwegs. Also lieber freundlich bleiben und entspannt überholen.

Hinter dem Schloss führt eine steile Schotterstraße hinunter in den Glemswald zwischen Botnang und Weilimdorf. Von dort aus lässt es sich entspannt zurück Richtung Stuttgart rollen – perfekt für eine Feierabendrunde.

Stuttgart einmal umrunden

Wo ist Stuttgart eigentlich am schönsten? Im Rosensteinpark? Am Killesberg? Oder doch oben auf dem Birkenkopf mit Blick über den gesamten Kessel?

Bei dieser Runde muss man sich gar nicht entscheiden, denn man kommt einfach überall vorbei.

Eine Nutzerin der Plattform Komoot hat eine rund 35 Kilometer lange Tour erstellt, die Stuttgart einmal umrundet. Los geht es an den Mineralbädern in Bad Cannstatt. Von dort führt die Strecke durch den Rosensteinpark, vorbei am Killesberg, hinein in den Kräherwald und hoch auf den Birkenkopf.

Danach geht es wieder hinunter ins Kaltental und weiter zum Waldfriedhof. Über Schotterwege am Frauenkopf vorbei endet die Tour schließlich wieder im Stuttgarter Osten.

Über die Schwäbische Alb bis an den Bodensee

Von Stuttgart aus lohnen sich natürlich auch größere Touren. Zum Beispiel einmal quer über die Schwäbische Alb bis an den Bodensee.

Kaum ist die Stadt hinter einem verschwunden, beginnt die schwäbische Idylle: Wälder, grüne Wiesen, kleine Dörfer und jede Menge perfekte Schotterwege für dich und dein Gravel Bike.

Die Strecke bis zum Bodensee ist rund 180 Kilometer lang. Wer das nicht an einem Tag fahren will, kann unterwegs zum Beispiel in Veringenstadt übernachten. Dort gibt es mehrere Unterkünfte und Übernachtungsmöglichkeiten. Alternativ bietet sich auch ein Campingplatz in Sigmaringen an.

Zurück nach Stuttgart geht es dann bequem mit der Regionalbahn – entweder ab Singen oder Friedrichshafen. Allerdings finden auf der Südbahn zwischen Friedrichshafen und Ravensburg derzeit Bauarbeiten statt. Ab Anfang Juni sollen jedoch wieder Regionalzüge zwischen Stuttgart und Friedrichshafen verkehren.

Fast geschafft. Im Hintergrund ist schon der Bodensee zu sehen. Foto: Frederik Herrmann

Mit dem Zug nach Pforzheim und auf Schotter zurück

Auch die Strecke von Pforzheim nach Stuttgart lässt sich perfekt mit dem Zug kombinieren. Vom Rand des Schwarzwalds geht es auf rund 55 Kilometern über feine Schotter- und Radwege zurück in die Landeshauptstadt.

Nach der Zugfahrt nach Pforzheim führt die Route zunächst durch schattige Wälder entlang der Würm. Anschließend geht es über den Rotwildpark zurück Richtung Stuttgart.

Insgesamt warten knapp 690 Höhenmeter – ideal für alle, die eine sportliche Gravel-Tour suchen.